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Stadthagen Stadt "Aufstehen gegen Rassismus": Neues Bündnis für Stadthagen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt "Aufstehen gegen Rassismus": Neues Bündnis für Stadthagen
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16:23 17.01.2019
Klare Botschaft: Die Unterstützer des Bündnisses wünschen sich ein Stadthagen, das frei von Rassismus ist. Quelle: Symbolfoto, dpa
Stadthagen

Zum ersten Treffen des „verbandsübergreifenden“ Bündnisses seien 45 Personen gekommen. Weitere Unterstützer könnten sich jederzeit anschließen, so Stryj, die die nächste Zusammenkunft in wenigen Wochen plant.

Bisher keine Naziaufmärsche oder rechte Übergriffe

Die Integrationsbeauftragte erklärt: „Wir in Stadthagen haben keine Naziaufmärsche oder rassistische Übergriffe; man kann die Gründung von ,Aufstehen gegen Rassismus‘ also eher als Präventivstruktur verstehen.“ Sie sehe es als Möglichkeit, sich bundesweit gemeinsam mit anderen gegen Rassismus zu engagieren. Zudem fördere es die lokale Beteiligung und Demokratie. „Ich habe das Bündnis zunächst im Hinblick auf die anstehende ,Internationale Woche gegen Rassismus‘ im März gegründet.“

Die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ sind Aktionswochen der Solidarität mit Gegnern und Opfern von Fremdenfeindlichkeit. Im Ausblick auf diese Veranstaltung habe sie die Idee gehabt, „dass sich auch hier in Stadthagen interessierte Menschen jeden Alters und jeder Herkunft gemeinsam, partei- und verbandsübergreifend mit dem Thema ‚Rassismus‘ auseinandersetzen“. Damit verbinde sie die Hoffnung, dass die Bündnismitglieder um den „Internationalen Tag gegen Rassismus“ am 21. März gemeinsam Aktionen auf dem Marktplatz auf die Beine stellen oder an überregionalen Aktionen teilnehmen.

Aufschwung der AfD ist ein Antrieb für die Gründung

„Aufstehen gegen Rassismus“ ist ein bundesweites Bündnis, welches sich gegen die Übergriffe auf Flüchtlinge und Menschen, denen man einen Migrationshintergrund ansehen kann, „sowie den bundesweiten politischen Dialog, der zunehmend polemisiert geführt wird“, entgegenstellt.

„Bei den letzten Wahlen zum Kreistag konnte die AfD immerhin in 17 von 18 Wahlkreisen punkten, wurde sogar acht Mal drittstärkste Kraft“, sagt Stryj. Es könne also „niemals schaden, präventiv etwas gegen Rassismus zu tun, darüber aufzuklären, unterschiedliche Gruppen von Menschen zusammenzubringen sowie das Thema Flucht und seine Ursachen zu diskutieren“.

In Sachen Integration rückten laut Stryj zunehmend Themen wie „kulturelle Integration“ und „Integration in das demokratische System“ in den Fokus. „Sich gemeinsam gegen Rassismus einzusetzen, kann dabei unterstützen, demokratische Kultur und respektvollen Umgang miteinander praktisch umzusetzen und mit Leben zu füllen.“ Ein breiterer gesellschaftlicher Dialog und Aufklärung über Themen wie Flucht und Fluchtursachen, Asylrecht, Rassismus und autoritäre Staatskonzepte könne über ein solches Bündnis angeregt werden und Integrations-Prozesse stärken.

von Mira Colic