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Autohaus Sölter – der Motor stottert

Geschäftsführer stellt vorläufigen Insolvenzantrag Autohaus Sölter – der Motor stottert

Das Autohaus Sölter ist finanziell ins Schlingern geraten. Geschäftsführer Constantin Knabe hat deshalb die Notbremse gezogen und beim Amtsgericht Hannover einen Antrag auf Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens in sogenannter Eigenverwaltung gestellt.

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Quelle: rg

Stadthagen. Kein Schnellschuss, wie der Unternehmer gestern gegenüber den SN betonte. Nachdem sich schon länger eine schleichende Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation abgezeichnet habe, sei es ihm wichtig gewesen, rechtzeitig zu handeln – auch mit dem Ziel, als Geschäftsführer der Firma an Bord bleiben zu können. Das Gericht sei denn auch zu dem Ergebnis gekommen, dass die Voraussetzungen für eine Betriebsfortführung erfüllt sind.

 Knabe, der das Unternehmen bislang gemeinsam mit seinem Bruder Christopher geführt hat, wurde allerdings ein Sanierungsgeschäftsführer zur Seite gestellt. Dabei handelt es sich um den hannoverschen Fachanwalt für Insolvenzrecht Ingo Thurm. Mit Rechtsanwalt Torsten Gutmann wurde zudem ein vorläufiger Sachwalter bestellt. Seine Aufgabe wird es sein, die wirtschaftliche Lage des Autohauses zu prüfen und die Geschäftsführung beim Bemühen um Restrukturierung zu überwachen. Christopher Knabe ist derweil aus der Geschäftsführung ausgeschieden.

 Betroffen von der vorläufigen Insolvenz sind insgesamt 186 Beschäftigte, davon 53 in Stadthagen. Sie alle wurden gestern nach Angaben Knabes über die prekäre Lage informiert.

 In der Kreisstadt firmieren unter dem Namen Sölter drei Standorte an der Vornhäger Straße: der Audi-Hangar und in unmittelbarer Nachbarschaft das auf zwei Immobilien verteilte VW-Geschäft. Die Knabe-Brüder hatten beide Markenvertretungen Ende 2010 nach der Insolvenz von „mobile partners“ übernommen – ebenso Betriebsteile der Vorgängerfirma. Erst drei Jahre zuvor hatten sich die beiden Unternehmer mit den Sölter-Autohäusern in Wunstorf und Neustadt selbstständig gemacht. Zusammen mit einem weiteren Autohaus in Alswede im Kreis Minden-Lübbecke bringt es die Firmengruppe damit auf insgesamt vier Standorte.

 Ist dem Unternehmen die schnelle Expansion zum Verhängnis geworden? „Eine Kritik, der ich mich zumindest stellen muss“, räumt Constantin Knabe offen ein. Grund sei jedoch vor allem der härter gewordene Wettbewerb in der Branche mit stetig sinkenden Margen. Gerade für VW-Händler sei es schwer geworden, weil immer mehr neuwertige Fahrzeuge von Werksangehörigen privat angeboten würden. Das sei eine große Konkurrenz für den Handel, der gleichzeitig mit jährlich höheren Kosten kalkulieren müsse.

 Wie hoch die Verbindlichkeiten des Unternehmens sind, will Knabe auf Nachfrage nicht sagen. Er sei aber zuversichtlich, das Steuer herumreißen zu können. „Die Mitarbeiter“, das ist ihm wichtig, „haben bis zum heutigen Tage durchgängig ihre regulären Gehälter bekommen.“ Weil er frühzeitig reagiert und Kontakt zu den Gläubigern aufgenommen habe, sei die Sanierung möglich und auch sein erklärtes Ziel. „Ich möchte diesen Prozess selbst begleiten.“ Ziel sei es auch, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.

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