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Stadthagen Stadt Awo gibt Jugend-Gärtnerei auf
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Awo gibt Jugend-Gärtnerei auf
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13:29 12.04.2014
Trennt sich von der Gärtnerei: Awo-Kreisgeschäftsführerin Heidemarie Hanauske.  rg

Stadthagen/Vornhagen. Die Zielgruppe, mit der die Awo in der Gärtnerei Vornhagen gearbeitet hat, waren junge Menschen unter 25 Jahre ohne Schul- oder Berufsausbildung und mit besonderen Problemlagen. Nach Angaben von Awo-Kreisgeschäftsführerin Heidemarie Hanauske sind in der Gärtnerei in den 15 Jahren des Bestehens rund 230 auf dem Arbeitsmarkt schwer zu vermittelnde Jugendliche in jeweils einjährigen Maßnahmen betreut worden. Immerhin etwa 35 Prozent von ihnen wurde der Abschluss einer Berufsausbildung ermöglicht.Wie der Awo-Kreisvorsitzende Heinz-Gerhard Schöttelndreier erläutert, waren in den vergangenen Jahren immer weniger junge Leute aus der Zielgruppe an einer Ausbildung im Gärtnereibereich interessiert. Dem Job-Center sei es nicht mehr gelungen, ausreichend viele Klienten in diese Maßnahme zu leiten. Dazu komme, dass die Jugendwerkstatt des Landkreises in Hülshagen ein ähnliches Angebot vorhalte. Auch ein kurzfristig angeschobenes Nachfolgeprojekt zum Ausbildungsbereich Logistik erlitt dasselbe Schicksal. Letztlich drohte der Sozial-Betrieb trotz entsprechender Förderung aus EU-Mitteln wegen der mangelnden Nachfrage nachhaltig in rote Zahlen zu rutschen, macht Schöttelndreier klar.Als Konsequenz haben die Awo-Verantwortlichen Ende vergangenen Jahres entschieden, das Projekt aufzugeben und die große, energieaufwendige Immobilie zu veräußern. „Ein Glücksfall“ war es, so Schöttelndreier, dass das in direkter Nachbarschaft angesiedelte Unternehmen „Obstbauer Wedeking“ Interesse an einer Erweiterung des eigenen Betriebsgeländes hatte und die Gärtnerei Vornhagen gekauft hat.„Sozialarbeit ist nie statisch, sondern muss sich immer an veränderte Bedarfslagen anpassen“, kommentiert Awo-Chefin Hanauske die Aufgabe der Gärtnerei. Für die Awo tue sich mit dem Thema Flüchtlingsbetreuung ein wichtiges neues Betätigungsfeld auf. Auch in der Jugendarbeit wolle man stärker aktiv sein. „Insofern markiert das Ende der Gärtnerei für uns eine Schwerpunktverlagerung“, fügt Schöttelndreier hinzu: „Letztlich wollen wir uns in Projekten engagieren, für die Bedarf besteht und die wir durchfinanziert bekommen.“ Insgesamt sei die Awo aktuell inhaltlich für die Zukunft sogar breiter aufgestellt als bislang, betont der Vorsitzende.