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Azubi-Wettbewerb fällt erstmals aus

BBS Stadthagen Azubi-Wettbewerb fällt erstmals aus

Der Gastronomie-Wettbewerb, den die Berufsbildenden Schulen Stadthagen (BBS) seit über 20 Jahren mit Auszubildenden ausrichten, findet dieses Jahr erstmals nicht statt. Das bestätigte Renate Steltner, Abteilungsleiterin für Ernährung und Hauswirtschaft an den BBS, auf SN-Anfrage.

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Quelle: dpa

STADTHAGEN. Rolf Parno, Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Stadthagen-Land sieht in dieser Entwicklung durchaus einen nationalen Trend: „Es ist immer schwieriger, junge Menschen für eine Ausbildung in der Gastronomie zu begeistern.“Das ist auch in Stadthagen spürbar. „Wir haben gerade zwei zahlenmäßig sehr schwache Jahrgänge. Es gibt einfach nicht genügend Auszubildende, um den Wettbewerb auszurichten“, erklärt Steltner. Bisher hatten sich immer mindestens 30 Auszubildende für den Wettstreit angemeldet. In Dreierteams aus je einem Koch sowie einer Hotel- und Restaurantfachkraft waren die Schüler unter anderem für die Bewirtung und Dekoration eines Tisches verantwortlich. An diesen nahmen vom Landrat bis zum Stadthäger Bürgermeister stets hochrangige Gäste Platz. Da in diesem Jahr jedoch nur rund zehn Teilnehmer zur Verfügung stehen, ergibt eine Neuauflage des Wettbewerbs wenig Sinn.

Entscheidung nicht leicht gemacht

Leicht hätten sie und ihre Kollegen es sich mit der Absage der Veranstaltung definitiv nicht gemacht, beteuert Steltner. „Letztlich mussten wir uns aber der Realität stellen: Kaum jemand möchte sich heute noch in der Gastronomie ausbilden lassen. Das scheint kein Berufsfeld mehr zu sein, das für junge Menschen attraktive Arbeitsbedingungen bietet.“ Zu groß sei die Konkurrenz durch andere Ausbildungsberufe, die den Schülern wesentlich bessere Perspektiven bieten würden.
Auch der Trend zum Studieren trägt laut Rolf Parno dazu bei, dass sich immer weniger Jugendliche für eine Berufsausbildung entscheiden. „Als ich vor 50 Jahren meine Ausbildung begonnen habe, gingen etwa 20 Prozent der jungen Leute zum Gymnasium, heute sind es 60 Prozent“, berichtet der Vorsitzende der Dehoga Stadthagen-Land. Diese wollten dann keine Lehre machen, sondern studieren. „Dabei ist unser Beruf immer noch attraktiv, das sieht man doch schon allein an der Beliebtheit von Kochsendungen im Fernsehen.“ Zudem stünde Gastronomie-Kräften die ganze Welt als Arbeitsplatz offen. Ein großes Hotel in einem beliebten Urlaubsort oder Kreuzfahrtschiffe seien nur zwei von zahlreichen Möglichkeiten, bekräftigt Parno.

Andrang hält sich in Grenzen

Der Andrang auf Ausbildungsplätze im Bereich Gastronomie hält sich an den BBS Stadthagen derzeit dennoch in Grenzen. Damit schwindet auch die Zahl der Teilnehmer für den Gastronomie-Wettbewerb. Für dieses Jahr haben Steltner und ihre Kollegen allerdings Ersatz für ihre Schüler geschaffen. Am Mittwoch fand ein Teamtraining für die Auszubildenden statt. „Allerdings fehlte dabei der festliche Rahmen, das Training war in den normalen Berufsschulunterricht integriert“, erläutert Steltner. „Die Aufgabenstellungen unterschieden sich aber nicht groß vom sonstigen Wettbewerb.“ Trotzdem kam die Ausweichveranstaltung mangels Sponsoren in deutlich abgespeckter Version daher. Nachdem der Wettbewerb in den vergangenen Jahren regelmäßig mehrere Tausend Euro verschlungen hatte, mussten sich die Teilnehmer dieses Mal mit weniger zufriedengeben.
„Wir sind allerdings optimistisch, dass der Wettbewerb im kommenden Jahr wiederbelebt werden kann“, bekräftigt Steltner. Ein ähnliches Schicksal wie bei der Fleischerklasse, die vor fünf Jahren aufgrund von zu wenigen Anmeldungen wegfiel, sieht die Abteilungsleiterin noch nicht drohen. Damals mussten sechs Schüler sich kurzfristig nach einem neuen Ausbildungsplatz umsehen. Viele landeten mangels Alternativen im Landkreis Schaumburg in Hannover. lht

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