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Stadthagen Stadt BI fürchtet Ahrens-Erweiterung
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt BI fürchtet Ahrens-Erweiterung
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00:17 04.10.2017
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STADTHAGEN

 „In der 2012 erteilten immissionsschutzrechtlichen Genehmigung werden für etliche problematische Emissionen Grenzwerte festgelegt. Auch wenn die Firma diesen Grenzwert deutlich unterschreiten sollte, heißt das lediglich, dass krebserregende Stoffe im Rahmen des gesetzlich Zulässigen entweichen und nicht, dass überhaupt keine entweichen“, heißt es vonseiten der Kritiker. Denn wenn keine krebserregenden Stoffe anfallen würden, bestünde auch keine Notwendigkeit, im Genehmigungsbescheid dafür Grenzwerte festzusetzen, erläutert BI-Mitglied Günter Hasemann.
„Auch die Aussage, in der Anlage würde kein Quecksilber gasförmig emittiert, können wir nicht unwidersprochen stehenlassen“, betont Hasemann. In der Anlage werde zur Energiegewinnung Braunkohlenstaub eingesetzt, der nachweislich Quecksilber enthalte, sodass bei der Verbrennung auch gasförmiges Quecksilber entstünde.

Bereits in dem von der BI angestrengten Verfahren hatte das Verwaltungsgericht Hannover festgestellt, dass „in dem für den Betrieb der Anlage eingesetzten Braunkohlestaub Quecksilber enthalten ist“. Das freigesetzte Quecksilber kann nach Ansicht der BI nahezu vollständig über den Schonstein entweichen und wird abhängig von der Windrichtung in der Umgebung verteilt. „Dies halten wir für besonders problematisch, weil Quecksilber ein Nervengift ist, das unter anderem zu Schädigungen des Nervensystems führen kann“, erläutert Vorstandsmitglied Lothar Kutzinski. „Die von der Firma Ahrens beantragte Produktionserweiterung um 60 Prozent bedeutet deshalb nicht nur mehrere tausend zusätzliche Lastwagen-Fahrten in Stadthagen und Umgebung, sondern auch die Emission von mehr krebserregenden Stoffen und Quecksilber.“

Die BI ist der Meinung, dass Ahrens mit den Äußerungen den Eindruck erwecken möchte, als seien Schadstoffwerte unterhalb von Grenzwerten ohne Belang und quasi nicht vorhanden. „Die festgesetzten Grenzwerte sind aber nach unserer Auffassung viel zu hoch und orientieren sich zu sehr an wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen“, heißt es vonseiten der Kritiker. Die Mitglieder fordern, dass beim Asphalt-Mischwerk „bessere Abgasreinigungstechnik“ eingesetzt wird, um Quecksilber und Co. aus der Abluft zu entfernen.  r

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