Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadthagen Stadt BISS-Leiterin ist 100 Tage im Amt
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt BISS-Leiterin ist 100 Tage im Amt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 12.11.2016
Anzeige
Stadthagen

Die Situation eskalierte so weit, dass Nachbarn die Polizei alarmierten. Da sich die verängstigte Frau gegenüber den Beamten nicht äußern wollte, bekam sie Informationen über mögliche Hilfe. Hier tritt Janina Schmidt  auf den Plan. Nach vier Jahren der Betreuung des Frauenhauses ist die Sozialpädagogin seit August mit der Leitung der Beratungsstelle betraut.

Proaktive Kontaktaufnahme

„Jede Frau ist anders. Zunächst ist es wichtig, dass die Betroffene ihre Scham überwindet. Auch erwarte ich nicht gleich, dass sie sich von ihrem Mann trennt“, so Schmidt. Frauen zu stärken, handlungsfähiger und mit mehr Orientierung aus der Beratung gehen zu lassen, sei das Ziel. Faktoren wie soziale und finanzielle Abhängigkeit kämen aber oft erschwerend hinzu. Wie in dem exemplarischen Fall wählt Schmidt meist den Weg der „proaktiven Kontaktaufnahme“ und setzt sich mit den Betroffenen telefonisch in Verbindung, denn die Hemmschwelle, bei häuslicher Gewalt nach Hilfe zu suchen, sei bei vielen Frauen sehr hoch.

Die Polizei vermittelt in solchen Fällen – und nach Absprache mit den betroffenen Frauen – den Kontakt an die BISS. Denn eine vertrauensvolle Gesprächspartnerin haben viele Betroffene nötig. Schmidt lege ein besonderes Augenmerk auf die Situation der Kinder, denn auch weit verbreitete Phänomene, wie Cybermobbing und Stalking fallen in ihre Zuständigkeit.

Von den 210 Fällen, die die BISS in diesem Jahr behandelt hat, gehen nur 31 auf Selbstmeldungen Betroffener zurück, 179 vermittelte die Polizei, die 37 Platzverweise gegen die Gewalttäter aussprach. Mit 195 betroffenen Kindern ist gegenüber den Vorjahren ein Höchstwert erreicht. 53 Migrantinnen finden sich unter den Opfern.

Auch Kriegserlebnisse sind durch den Zuzug von Flüchtlingen wieder ein Thema geworden. Zwar haben die meisten Menschen eine gewisse Widerstandskraft bei traumatischen Erfahrungen, „aber irgendwann bricht jeder“, betonte die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte Colette-Christin Thiemann. Beispielsweise 97 Prozent der aus Afghanistan geflohenen Frauen seien traumatisiert.

"Kriegszitterer" ernten Geringschätzung

Anette Schediwy vom Jugendamt ist auch mit drastischen Fällen von Selbstverletzung konfrontiert. „Wir haben mit Flüchtlingen zu tun, die sich die Haut vom Körper ziehen“, schilderte Schediwy. Referent Marco Wrenger von der Burghof-Klinik aus Rinteln beleuchtete das Thema Trauma grundlegend und erläuterte die psychologischen Zusammenhänge. Trotz der Erfahrung zweier Weltkriege sei die Problematik hierzulande lange vernachlässigt worden. Die Opfer, sogenannte „Kriegszitterer“, ernteten Geringschätzung für ihr Leiden. „Bei 3,4 Prozent der letzten Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges treten noch heute posttraumatische Belastungsstörungen auf“, erklärte der Leiter der psychosomatischen Abteilung der Klinik.

Wrenger betonte auch, dass das subjektive Erleben von Gefahr und Gewalt viel ausschlaggebender für die psychischen Folgen als die tatsächliche Bedrohung sei. Allgemeingültige Vorhersagen darüber, wann eine Belastungsstörung ausgelöst wird oder wie sie sich auswirkt, kann man nicht treffen“, so Wrenger. geb

Wird der Sommerschlussverkauf in der Kreisstadt wiederbelebt? Der Vorstand des Stadtmarketing Stadthagen (SMS) will bei den hiesigen Einzelhändlern eruieren, ob diese bei einem solchen Vorhaben mitziehen würden. Das ist ein Ergebnis des dritten „SMS-Talks“ im Stadthotel Gerbergasse.

12.11.2016

Unterstützung aus der Nachbarstadt: Giovanni di Noto, Vorstand des Vereins Bückeburger Stadtmarketing (BSM), hat das Stadthäger SMS gegen die jüngsten Vorwürfe in Schutz genommen. Die Anschuldigungen von Unternehmerin Kerstin Thieler hält er für „unfair“.

12.11.2016

Einen entscheidenden Schritt weiter gekommen ist das Projekt eines Ärztehauses auf dem früheren Postgelände an der Bahnhofstraße. Der Investor, die neu gegründete „casa med Stadthagen GmbH &Co KG“, hat gerade ein benachbartes, direkt an der Bahnhofstraße gelegenes Grundstück gekauft.

12.11.2016
Anzeige