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Barrierefreie Wohnungen sind Mangelware

In den eigenen vier Wänden gefangen Barrierefreie Wohnungen sind Mangelware

Für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen wird die Wohnung in Stadthagen oftmals zum Gefängnis. Barrierefreie Wohnungen sind schwer zu finden, weiß Thorsten Wirthgen, Leiter der Sozialen Beratungsstelle und Freiwilligenvermittlung der Lebenshilfe Stadthagen.

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Im Zuge einer Modernisierung sind einige Häuser aus den fünfziger Jahren bereits mit Rampen ausgestattet worden.

Quelle: rg

Stadthagen. „Es ist schade, dass Menschen mit Behinderungen auf sich selbst gestellt sind,“ sagt der Sozialarbeiter. Eine behindertengerechte Wohnung sei jedoch die Grundvoraussetzung, um auch mit einer körperlichen Beeinträchtigung ein eigenständiges Leben mit der Familie führen zu können. Aufgrund körperlicher Einschränkungen auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein, zieht laut Wirthgen häufig weitere Probleme nach sich: Wer sich nicht einmal in den eigenen vier Wänden frei bewegen oder das Haus verlassen kann, könne nicht mehr am Familienalltag teilhaben und auch soziale Kontakte bleiben auf der Strecke.

Angebot hat sich verbessert

Für körperliche behinderte Menschen in Stadthagen laut Wirthgen oftmals traurige Realität. Das kann Matthias Gläser, selbst Rollstuhlfahrer und Vorsitzender des Behindertenbeirates bestätigen. Aber: „Das Angebot hat sich auf jeden Fall verbessert.“ Einige Gebäude seien zum Beispiel nachträglich mit einer Rampe ausgestattet worden. Eine aus Sicht von Gläser relativ einfache Möglichkeit Barrieren abzubauen. Zumal bei Häusern, die in den fünfziger Jahren gebaut wurden, in der Regel bereits das Untergeschoss aufgrund der Kellerhöhe nur über Treppen zu erreichen sei.

Wohnungen barrierefrei umzurüsten ist nach Angaben von Wohnbau-Geschäftsführer Heinz-Helmut Steege schwierig und aufwendig. Im Zuge einer Modernisierung seien einige Häuser aber bereits mit Rampen ausgestattet worden. Und auch im ehemaligen Bahnhofhotel sollen barrierefreie Wohnungen entstehen.

Situation sorgt für Verzweiflung

Wer an den Rollstuhl gefesselt ist, ist nämlich nicht zwangsläufig auf ambulante Pflege angewiesen, wie Wirthgen betont. Vor allem jungen Menschen würden nicht in ein Seniorenheim oder Pflegeeinrichtung ziehen, sondern ihren Alltag alleine meistern wollen. Betroffene seien aufgrund der schwierigen Wohnungssituation in Stadthagen manchmal so verzweifelt, dass sie bereit seien, ihre Familie zu verlassen und in ein Altersheim zu ziehen, weiß der Sozialpädagoge aus Erfahrung. tbh

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