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Bauhof-Erfindung sorgt für Barrierefreiheit

Buseinstieg erleichtern Bauhof-Erfindung sorgt für Barrierefreiheit

Eine barrierefreie Einstiegsmöglichkeit für Rollstuhlfahrer hat die Stadt am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Viehmarkt geschaffen. Die kostengünstige Maßnahme ist nach Angaben von Bürgermeister Oliver Theiß ein Pilotprojekt, das es in dieser Form in Deutschland bisher nicht gegeben hat.

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Matthias Gläser testet vor den Augen von Johannes Wilkening-Ruhe das Schild, mit dem Rollstuhlfahrer dem Busfahrer signalisieren können, dass sie einsteigen wollen.

Quelle: rg

Stadthagen (ber). Auf die Schwachstelle war Theiß höchstpersönlich aufmerksam geworden, als er zum Beginn seiner Amtszeit zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten Günes Tezcan bei einer Rollstuhlfahrt die Barrierefreiheit der Stadt erkundet hatte.
Bisher mussten Menschen mit Gehbehinderung wie alle anderen Fahrgäste von den Halteinseln in die Busse einsteigen. Kein leichtes Unterfangen, da die Halteinseln von einem vier bis sechs Zentimeter hohen Bordstein umgeben sind.
Um diesen Mangel zu beheben, hat sich der städtische Bauhof eine Lösung einfallen lassen: An der am Wall gelegenen Haltestelle, die barrierefrei zu erreichen ist, hat die Stadt ein ausklappbares Schild aufgestellt. Wenn ein Fahrgast mit Gehbehinderung einsteigen will, kann er das Schild hochklappen und dem Busfahrer damit signalisieren, dass er ihn an der zentralen Haltestelle einsteigen lässt, bevor der Bus seine eigentliche Halteinseln ansteuert.
Der Einstieg wird zudem dadurch erleichtert, dass ein zehn Zentimeter hoher Bordstein eingelassen wurde, der mit der Türschwelle eines stufenlosen Niederflurbusses auf einer Höhe liegt. Zusätzlich wurden in den Bordstein taktile Elemente integriert, die Menschen mit Sehbehinderung die Orientierung erleichtern. „Das ist für die Betroffenen auf jeden Fall eine Erleichterung“, findet der Vorsitzende des Behindertenbeirates, Matthias Gläser.
Nach Angaben der Verwaltung war die Maßnahme mit rund 2 000 Euro zudem sehr kostengünstig. Der barrierefreie Ausbau einer einzelnen Halteinsel hätte nach Angaben von Theiß dagegen 7500 Euro gekostet. Ob das Beispiel in Stadthagen Schule macht, soll sich nun zeigen. „Wir müssen sehen, ob sich das bewährt. Denkbar wäre es, auch den ZOB am Bahnhof damit auszustatten.“
Wermutstropfen: Bisher sind nicht alle Linienbusse niederflurig. Johannes Wilkening-Ruhe vom Busunternehmen Ruhe Reisen empfiehlt Rollstuhlfahrer daher, sich rechtzeitig für eine Fahrt anzumelden.

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