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Becker sieht sich als Innenpolitiker

Wahlsieger Landtagswahl 2017 Becker sieht sich als Innenpolitiker

Nach einer durchfeierten Wahlnacht ging für Wahlsieger Karsten Becker am Montag der Alltag wieder los: „An Urlaub ist nicht zu denken, es geht gleich weiter.“  Das Ziel des Wendthägers ist unter anderem erneut der Innenausschuss. Seine Chancen dafür, schätzt Becker, stehen gut.

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Gewinner und Verlierer: Colette Thiemann (CDU) gratuliert Karsten Becker (SPD).

Quelle: rg

Stadthagen. Was steht als erstes an? „Das Büro aufräumen und das aufarbeiten, was während des Wahlkampfes liegen geblieben ist“ – das sind Punkte, die für den SPD-Politiker in den kommenden Wochen nach eigenem Bekunden vorrangig dran sind: „Die Zeit der Koalitionsverhandlungen gibt einem dafür erstmal Freiräume.“ Zu den ersten Aufgaben gehört auch die Erneuerung der Arbeitsverträge mit den Mitarbeitern des Abgeordneten.

Mit Blick auf die kommenden fünf Jahre in Hannover hat Becker einen klaren Wunsch: Der frühere Polizeibeamte möchte erneut in den Innenausschuss, dort vor allem das Thema Innere Sicherheit bearbeiten. „Ich sehe mich als Innenpolitiker“, postuliert er: „Ich glaube, ich habe das die letzten Jahre nicht schlecht gemacht, an dieser Stelle bin ich selbstbewusst.“ Insofern stellt der Wendthäger fest: „Ich gehe davon aus, dass es mit dem Innenausschuss klappen wird.“

Strukturwandel ernst nehmen

Was den hiesigen Wahlkreis angeht, will Becker auch in den kommenden fünf Jahren hauptsächlich weiter dazu beitragen, „dass die Landesregierung das Schaumburger Land mit seinem Strukturwandel zwischen Region Hannover und Landesgrenze ernst nimmt, das war nämlich bis 2013 zehn Jahre lang nicht der Fall gewesen.“

Auf die Frage, ob er der zu Ende gehenden rot-grünen Regierungskoalition nachtrauert, sagte Becker: „Ich habe gerade in meinen Aufgabenbereichen sehr gut mit den Grünen zusammengearbeitet, der Blick muss sich aber nach vorne richten.“ Dabei würde Becker eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP bevorzugen. „Allein schon aus demokratie-theoretischen Gesichtspunkten wäre eine Große Koalition nicht wünschenswert, wenn da auf diese Weise ein großer Machtblock entstehen würde.“

Auf die Perspektive über die jetzt beginnende Legislaturperiode hinaus angesprochen sagt der 59-Jährige: „Ich fühle mich fit wie ein Turnschuh, denke auf keinen Fall an ein Ende meiner politischen Karriere.“ Es sei „denkbar, dass ich in fünf Jahren wieder antrete“, bekundet der Schaumburger SPD-Chef. ssr

Drei Fragen an . . .

Tag eins nach Ihrem erfolgreichen Abschneiden. Wie fühlen Sie sich?
Immer noch ein bisschen euphorisch. Das ist einer der wenigen Momente, in denen man mit sich und der Welt völlig im Reinen ist. Mal sehen, ob das über diesen Tag hinaus anhält.
Haben Sie am Sonntagabend noch ordentlich gefeiert?
Oh ja. Wir haben mit Familie und Freunden bei uns zu Hause noch ziemlich lange bis in die Nacht gefeiert.

Hatten Sie Kontakt zu Ihren Mitbewerbern und wenn ja, wie war der?
Ich hatte am Sonntagabend Kontakt mit Frau Hennemann-Kreikenbohm von den Grünen, mit Frau Thiemann von der CDU und mit dem Linken, Herrn Duygu. Ich bringe genug Empathie auf, um nachzuvollziehen, dass an dem Abend nicht alle so zufrieden waren wie ich.  ssr

   

Keine Katerstimmung bei Thiemann

„Keine Katerstimmung“ hat bei Wahlverliererin Colette Thiemann (CDU) am Tag nach der Wahl geherrscht. „Die Niederlage war nicht so überraschend, Schaumburg ist strukturell ja nunmal rot“, bekundet sie. Thiemann war gestern bereits wieder in ihrem Hauptberuf als stellvertretende Leiterin des Amtes für Gleichstellung in der Schaumburger Kreisverwaltung unterwegs. Sie werde weiterhin auch politisch „in und für Schaumburg tätig sein“. Obwohl sie in Großenheidorn wohnt, sei sie „in Schaumburg gut eingebunden“. Mit Blick auf ihre Position als erste Nachrückerin auf der CDU-Landesliste sagt Thiemann: „Fünf Jahre sind eine lange Zeit, da ist Dynamik drin.“ Wenn die hiesige Union ihr erneut das Vertrauen aussprechen würde, „dann würde ich ein weiteres Mal zu einer Landtagswahl antreten“. ssr

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