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Beermann erobert Direktmandat

Hängepartie für Völlers Beermann erobert Direktmandat

Das Ergebnis ist klar ausgefallen: Mit deutlichem Abstand hat der CDU-Politiker Maik Beermann bei der Bundestagswahl mit 40,6 Prozent der Erststimmen seine SPD-Kontrahentin Marja-Liisa Völlers (32,7 Prozent) auf Platz zwei verwiesen. Seinen Sieg feierte Beermann am Sonntag in seinem Heimatort Wendenborstel.

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Direktmandat erobert: Als das Ergebnis feststeht, wird Maik Beermann (vorne rechts) auf der CDU-Wahlparty in Wendenborstel frenetisch gefeiert.

Quelle: RG

LANDKREIS. Damit hat der Steimbker, der vor vier Jahren über die Liste in den Bundestag eingezogen war, erstmals das Direktmandat im Bundestagswahlkreis NienburgII-Schaumburg errungen. Ob Völlers knapp über die Liste ins Bundesparlament einzieht, war bis zum Redaktionsschluss um 0.30 Uhr noch unklar. Katja Keul, die Kandidatin der Grünen, gelangt wie schon 2009 und 2013 wieder über die Liste nach Berlin.

Der siegreiche Beermann ließ sich Sonntagabend auf einer Wahlparty in seinem Heimatort Wendenborstel von Parteifreunden feiern. „Die Freude ist wirklich überwältigend“, sagte er: „Ich kann es noch gar nicht richtig begreifen.“ Schließlich sei es ihm gelungen, in diesem Wahlkreis „zum ersten Mal seit 27 Jahren das Direktmandat für die CDU zu holen“. Damit habe er vorher „nicht unbedingt gerechnet“, räumte er ein. Über das bundesweite Wahlergebnis der Union „musste ich allerdings etwas schlucken“, das sei „nicht zufriedenstellend“. Schaumburgs CDU-Vorsitzender Klaus-Dieter Drewes fand es „einfach toll, dass die gute Arbeit der letzten vier Jahre von Beermann im Bundestag vom Wähler belohnt worden ist“. Das AfD-Ergebnis nannte Drewes „erschreckend“. Es müsse das große Ziel der kommenden Jahre sein, „diese Protestwähler wieder zurückzuholen“.

Völlers: Ich kann damit leben

Für die unterlegene Völlers gestaltete sich die Wahlnacht zur Hängepartie. Bis zum Redaktionsschluss stand nicht fest, ob sie über die Liste in den Bundestag einzieht. Die Entscheidung wurde frühestens für 4 Uhr morgens erwartet. Über das Erststimmen-Ergebnis „jubiliere ich nicht, ich kann aber damit leben“, bekannte Völlers, „denn vom Bundestrend kann man sich nicht völlig lösen“. Sie habe persönlich ein deutlich besseres Ergebnis erzielt als das Bundesergebnis der SPD, „und das ist für eine neue Kandidatin ganz beachtlich“. Die stellvertretende Schaumburger SPD-Vorsitzende Katrin Hösl fand es „schade“, dass Völlers gegen Beermann verloren hat. „Wir hatten gedacht, dass unsere junge, neue Kandidatin das schaffen kann.“ Beermann habe die Vorteile des Mandatsinhabers im Wahlkampf gut ausgespielt, sagte Hösl. Sie zeigte sich „sprachlos“, dass die AfD auch im hiesigen Wahlkreis so stark abgeschnitten hat. Dass die SPD jetzt in die Opposition gehen will, findet Hösl „richtig, uns bleibt ja auch gar nichts anderes übrig“.

Keul: Ich bin mehr als erleichtert

Zum dritten Mal ganz sicher über die Liste zog die Grüne Keul in den Bundestag ein. Bei weniger als sieben Prozent Bundesergebnis für die Grünen wäre es für Keul knapp geworden, bei neun Prozent war der Einzug aber sicher. „Ich bin mehr als erleichtert“, bekannte sie, es sei „ungewöhnlich positiv, dass wir über den Umfragewerten liegen“. Es sei „erfreulich, dass auch künftig eine grüne Abgeordnete aus diesem Wahlkreis kommt“. Das AfD-Ergebnis sei „bedrückend“, fügte sie hinzu: „Das wird andere Debatten im Bundestag geben.“ Mit Blick auf eine Jamaika-Koalition sagte Keul, es werde schwierige Verhandlungen geben, „wir sollten das aber ernsthaft versuchen“.

Sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen errang die AfD im Wahlkreis den dritten Platz. „Absolut zufrieden“ zeigte sich darüber Kreisvorsitzender Daniel Carl. Ganz entscheidend für den Erfolg sei das Thema Migrationspolitik gewesen, zeigte er sich sicher. AfD-Direktkandidat Pascal Stüber zeigte sich über sein Resultat (9,1 Prozent) „sehr zufrieden“. Er sei schon vorher davon ausgegangen, dass er den dritten Platz erreichen werde.

FDP-Kandidat Daniel Winter bezeichnete sein Resultat als „sehr soliden Wert“. Für die Linken erklärte Kreistagsabgeordneter Metin Duygu, mit den Zugewinnen könne seine Partei durchaus zufrieden sein. Bei den im hiesigen Wahlkreis errang die CDU mit 34,3 Prozent die meisten Stimmen, verlor freilich gegenüber 2013 5,7 Prozent. Die SPD holte 29,7 Prozent (minus 6,6). Drittstärkste Kraft wurde die AfD mit 10,3 Prozent (plus 6,4). Die FDP erreichte einen Stimmenanteil von 8,5 Prozent (plus 4,9) Die Grünen kamen bei 8,1 Prozent ein (unverändert). Die Linken landeten bei 5,7 Prozent (plus 1,4). ssr

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