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Behörde: Keine Gesundheitsgefährdung

BI sieht Geruchskataster gerechtfertigt Behörde: Keine Gesundheitsgefährdung

Im Mai haben die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Bürgerprotest Stadthäger Asphaltmischwerk“ begonnen, ein Kataster für die von dem Betrieb Ahrens – wie sie sagen – ausgehende „Geruchsbelästigung“ zu erfassen.

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Stadthagen. Rund 50 Einträge sind bisher zusammengekommen. Das zuständige Gewerbeaufsichtsamt gibt allerdings Entwarnung: „In diesem Jahr gab es hundertprozentig keine Gesundheitsgefährdung“, versichert Behördenleiter Heinz-Joachim Henke.

 „Das Geruchskataster hat uns bestätigt, dass sich nicht nur Menschen im unmittelbaren Umkreis des Georgschachtes beeinträchtigt fühlen, sondern in einem Radius von mehr als einem Kilometer“, sagt der Vorsitzende der BI, Jürgen Burdorf. Zum Teil seien auch aus Nienstädt Meldungen eingegangen. In der vergangenen Woche sei täglich ein Eintrag hinzugekommen. Die Meldungen gehen gleichzeitig an das Gewerbeaufsichtsamt, das alle Beschwerden überprüft.

 So sind bei der Behörde nach Angaben Henkes seit einem Jahr etwa einhundert Beschwerden aufgelaufen – über das von der BI geführte Kataster demnach in den vergangenen drei Monaten allein 50. Jeder Beschwerde werde umgehend nachgegangen. So fährt etwa ein Mitarbeiter von Hildesheim nach Stadthagen zur Adresse des Verfassers und prüft mit der eigenen Nase, ob etwas auffällig ist. In einigen Fällen bittet das Gewerbeaufsichtsamt auch die heimische Polizei um Amtshilfe. Dann fährt eine Streifenwagenbesatzung zum Wohnsitz des Beschwerdeführers und überzeugt sich von der behaupteten Geruchsbelästigung. Das Ergebnis schicken die Beamten nach Hildesheim. Grundsätzlich wird auch die Betreiberfirma Ahrens über jede Meldung informiert.

 Knapp die Hälfte der Bürger, die das BI-Geruchskataster bis heute gefüllt haben, fühlt sich nach Angaben von Burdorf „gesundheitlich beeinträchtigt und klagen über Atemnot, Übelkeit und Kopfschmerzen“. Die BI habe es sich zur Aufgabe gemacht, zu prüfen, ob und wie Abhilfe geschaffen werden kann.

 Wann der Geruch wahrgenommen wird, hängt nach Worten des Vorsitzenden von unterschiedlichen Faktoren ab. Dabei spiele auch das Wetter eine Rolle. Bei Niederschlag breite sich der Geruch stärker aus, heißt es vonseiten der Asphaltmischwerk-Gegner. Der Bitumengeruch werde besonders dann freigesetzt, wenn die Fahrzeuge beladen werden. Mit sogenannten „Einhausungen“, also dem Verladen in einem eingehüllten Bereich, kann das Problem nach Ansicht Burdorfs behoben werden.

 Mit dem zuständigen Gewerbeaufsichtsamt in Hildesheim stehe die BI in Kontakt, weitere Gespräche sollen Folgen. Das Problem: Das Asphaltmischwerk sei in einem Industriegebiet angesiedelt. Dort dürfe ein gewisses Maß an Gerüchen entstehen. Die Frage, ob die Belästigung unerträglich ist oder hingenommen werden muss, könne vielleicht auch durch ein Gutachten geprüft werden. Zunächst sind für Anfang des Herbstes weitere Gespräche mit dem Gewerbeaufsichtsamt geplant, wie Henke bestätigt. 50 bis 60 Beschwerden möchte die Behörde mit den BI-Mitgliedern erörtern. „Eine Herkulesaufgabe“, sagt der Behördenleiter. „Aber wir nehmen jede einzelne sehr ernst“, betont er. Dennoch: „Wir werden nicht ganz vermeiden können, dass es bei einem Betrieb, der Asphalt herstellt, auch nach Asphalt riecht.“ Dabei sei es im Interesse des Amtes, aber auch im Interesse der Firma Ahrens, die Geruchsbelastung so gering wie möglich zu halten, betont Henke.

 Wo es den Menschen rund um das Asphaltmischwerk stinkt, hat die BI auf ihrer Internetseite www.bi-stadthagen.de aufgeführt. Bis Ende dieses Monates soll die Übersicht des Geruchskatasters aktualisiert und um die Meldungen von Juli und August erweitert werden. vin, tbh

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