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Bei der Partnersuche in die Geld-Falle getappt

Rentner soll 4750 Euro zahlen Bei der Partnersuche in die Geld-Falle getappt

Eine böse Überraschung hat ein Rentner aus Stadthagen bei der Partnersuche erlebt: Der Witwer meldete sich auf eine Zeitungsannonce einer vermeintlich ledigen Dame, die vorgab, wie er, auf der Suche nach einer Bekanntschaft zu sein.

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Die Suche nach einem Partner wurde für einen Stadthäger Rentner zur Geldfalle.

Quelle: Symbolfoto (dpa)

Stadthagen. Sinngemäß hieß es in der Anzeige: „Attraktive Witwe sucht...“ Am anderen Ende der Telefonleitung meldete sich jedoch statt der in dem Inserat angekündigten Frau, die Mitarbeiterin einer Partnervermittlungsagentur.

Einen Tag später klingelte es dann auch schon an der Tür. Die Partnervermittlungsagentur hatte wie der 77-Jährige feststellen musste eine Mitarbeiterin vorbeigeschickt, die ihm prompt einen Vertrag vorlegte.

„Das war schon sehr kurios“, schildert der Sohn (44) des Rentners die Situation. Der Schock: Als sein Vater im gestand, was sich ereignet hatte, standen bereits Forderungen von 4750 Euro im Raum. „Mein Vater wurde überredet, einen Vertrag zu unterschreiben und die Mitarbeiterin der Partnervermittlungsagentur hatte bei ihrem Hausbesuch auch gleich ein EC-Kartenzahlungsgerät dabei.“ Da der Stadthäger nicht sofort bezahlen konnte, habe die Frau ihm einen Überweisungsträger da gelassen.

Dem Stadthäger wurde allmählich klar, dass da etwas nicht stimmen konnte. Nachdem der 77-Jährige telefonisch Widerspruch eingelegt hatte, sei erneut eine Zahlungsaufforderung, dieses Mal „lediglich“ über die Summe von rund 2800 Euro, eingegangen. „Die hätten das Geld kassiert, obwohl sie noch keine Leistung erbracht hatten“, ärgert sich der Sohn über derartige Machenschaften. Um dem Spuk ein Ende zu setzen, haben sich Vater und Sohn an den Rechtsanwalt Sebastian Müsing von der Kanzlei Jordan und Berndt gewandt.

„Das ist eine Überrumpelungsaktion die solche Unternehmen nutzen, um an schnelles Geld zu kommen“, erklärt der Fachmann für Vertragsrecht. Im juristischen Sinn handele es sich dabei um ein sogenanntes „Haustürgeschäft“. In diesem Fall ist der Rentner noch einmal mit dem Schrecken davongekommen. Der Anwalt hatte sich auf das Widerrufsrecht berufen, „dass jedem Verbraucher zusteht“, und über das sein Mandant bei Vertragsabschluss nicht belehrt worden sei.

Unter Androhung einer Strafanzeige trat das Unternehmen unverzüglich von allen Forderungen zurück. „Unternehmen mit derartigem Geschäftsgebaren legen es in der Regel nicht auf einen Prozess an“, weiß Müsing.

Damit andere nicht auch auf solche Annoncen reinfallen, hat der Rentner den Fall beim Betrugsdezernat gemeldet. tbh

Nicht nur bei Zeitungsannoncen ist Vorsicht geboten. Axel Bergmann, Präventionsbeauftragter vom Polizeikommissariat Stadthagen warnt: „Seniorinnen und Senioren werden von bestimmten Tätern gezielt als Opfer ausgesucht, weil gerade diese älteren Menschen besondere Eigenschaften zeigen – sie sind meistens freundlich, höflich und hilfsbereit.“ Diese Eigenschaften nutzen Betrüger, um Geld, Schmuck oder andere wertvolle Dinge zu stehlen.

Betrüger nutzen Hilfsbereitschaft schamlos aus

Auch Rechtsanwalt Sebastian Müsing ist diese Art von „versuchtem gewerbsmäßigen Betrug“ bekannt, wo üblicherweise keine Gegenleistung zu erwarten ist. „Dabei wird massiv auf die Menschen eingewirkt, einen Abovertrag zu unterschreiben.“ Meistens würden dafür gezielt ältere Menschen ausgesucht und mit leeren Versprechungen versucht, Profit zu schlagen. „Die Unwissenheit und Unerfahrenheit wird gezielt ausgenutzt.“

Auf Folgendes sollte man achten:

Niemals fremde Menschen ohne eine Kontrolle der Angaben in die Wohnung lassen. „Ein Anruf bei der Firma oder Behörde lässt sich der echte Besucher gern gefallen“, erklärt Bergmann.

Die Eingangstür mit einer Vorlegekette sichern.

Misstrauisch sein, wenn man von fremden Personen angesprochen wird.

Geldbörse an einem sicheren Ort, möglichst am Körper aufbewahren, zumindest aber in einer verschlossenen Handtasche

Nur die Dinge mitnehmen, die man wirklich benötigt – nicht alle Karten, Ausweise oder große Bargeldsummen.

Bei Bankbesuchen auf die Umgebung achten und das Geld noch am Bankschalter verstauen.

Für das Wechseln von Geld auf Geschäfte verweisen

Bettelnde Kinder in den Fußgängerzonen werden meistens gezielt zum Geldeinsammeln vorgeschickt.

Weitere Informationen gibt es bei jeder Polizeidienststelle, den Präventionsfachleuten der Polizei sowie im Internet unter www.polizei-beratung.de.

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