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Beschluss für Breitbandausbau steht noch aus

1100 Haushalte gelten als unterversorgt Beschluss für Breitbandausbau steht noch aus

Während Nordsehl und die Samtgemeinde Sachsenhagen bereits Beschlüsse zum Breitband-Ausbau gefasst und Haushaltsmittel dafür reserviert haben, steht die politische Entscheidung für Stadthagen noch aus. Droht ausgerechnet der Kreisstadt, den Anschluss an die Datenautobahn zu verpassen?

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Vor allem in Ortsteilen wie Wendthagen-Ehlen sind viele Haushalte unterversorgt. Das soll sich durch den Breitband-Ausbau ändern.

Quelle: rg

Stadthagen. Dass es enorm wichtig ist, möglichst alle Haushalte mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s zu versorgen, darin sind sich die Fraktionen im Stadtrat einig. Laut des Sprechers der rot-grünen Mehrheitsgruppe, Jan-Philipp Beck (SPD), habe die Politik zudem bereits frühzeitig der Verwaltung signalisiert, dass der kooperative Netzausbau mit einem Telekommunikationsunternehmen favorisiert werde. „Daher ist es bedauerlich, dass bis jetzt von der Verwaltung noch kein Beschluss vorgelegt wurde“, kritisiert Beck.

 Nach Angaben der Stadt stehen in Stadthagen jedoch nach wie vor zwei Varianten zur Diskussion: der eigenständige Aufbau eines Glasfasernetzes oder die Erschließung der bisher unterversorgten Gebiete in Kooperation mit einem Netzbetreiber. „Die Verwaltung wird zu dem Thema in Kürze eine Vorlage zur Beratung und Beschlussfassung in die politischen Gremien einbringen“, teilt Pressesprecherin Bettina Burger auf Anfrage mit.

 Auch die CDU hatte bereits im Sommer für den „schnellstmöglichen“ Ausbau plädiert. Auf Anfrage der SN übt sich Fraktionschef Jens Klugmann jedoch in Geduld. „Es könnte natürlich schneller vorangehen. Da der Ausbau in den unterversorgten Gebieten mit anderen Akteuren geschehen muss (Netzbetreiber, andere Kommunen, Landkreis), hängt es aber von der Abstimmung untereinander ab.“ Darüber hinaus gelte es abzuwarten, wann und wie viel Fördermittel vom Bund zur Verfügung gestellt werden.

 Dies bestätigt auch der Breitband-Beauftragte der Kreisverwaltung, Jens Brennecke. „Sobald es grünes Licht von Bund und Land für die Fördermittel gibt, starten wir ein Interessensbekundungsverfahren.“

 Danach nehme der Landkreis die Verhandlungen mit einem Netzbetreiber auf. „Nach erneuten Gesprächen mit den Kommunen, in denen wir die Befindlichkeiten vor Ort abfragen, können wir dann erstmals eine belastbare Kostenplanung erstellen, die für den Antrag auf Fördermittel erforderlich ist“, erklärt Brennecke. „Ich hoffe, dass wir im Frühjahr mit der Bautätigkeit starten können.“

 Insgesamt 1100 Haushalte gelten laut Brennecke in Stadthagen als unterversorgt, vor allem die Ortsteile Wendthagen-Ehlen, Habichhorst-Blyinghausen, Probsthagen, Teile von Enzen und der Georgschacht sind betroffen.

 Ziel des Landkreises sei es, mindestens 95 Prozent aller Haushalte in Schaumburg mit 50 Mbit/s zu versorgen. Dies könne allerdings von Kommune zu Kommune schwanken, auch wenn Brennecke nicht mit einer großen „Streubreite“ rechnet. „Allerdings können wir nicht jedes einzelne abseitige Gehöft mit schnellem Internet versorgen“, stellt der Breitband-Beauftragte klar. Hier gelte es, im Einzelfall die Kosten und die Notwendigkeit des Ausbaus zu prüfen.

 Brennecke will derzeit noch keine konkreten Kosten nennen, da die Verhandlungen mit dem Netzbetreiber noch ausstünden. Er habe den Gemeinden aber bereits einen Richtwert mitgeteilt.

 Dieser liegt wohl bei rund 240 Euro kommunaler Eigenbeteiligung pro Haushalt. Mit dieser Summe kalkuliert jedenfalls die Gemeinde Nordsehl. Demnach kämen auf Stadthagen Kosten in Höhe von 200.000 bis 250.000 Euro zu, um dem Großteil der 1100 bisher unterversorgten Haushalte den Anschluss an die Datenautobahn zu ermöglichen. ber

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