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„Besorgniserregender Trend“

Apotheker klagen über Gewinneinbrüche „Besorgniserregender Trend“

Um die Apotheken in Niedersachsen ist es derzeit nicht gut bestellt. Zu dieser Einschätzung kommt die Präsidentin der Landes-Apothekerkammer Magdalene Linz. Auch Nikolas Schäfer spricht von einem „besorgniserregenden Trend“.

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Nikolas Schäfer betreibt in Stadthagen zwei Apotheken. Das Geschäft laufe zwar noch relativ gut, allerdings sei der Trend besorgniserregend.

Quelle: ber

Stadthagen. Der Inhaber der Neuen Apotheke am Markt und einer Filiale an der Echternstraße beziffert seine Ertragseinbußen in den vergangenen Jahren auf 20 Prozent.

Das hat Julian Schmitt nicht davon abgehalten, in Stadthagen sein Glück als Apotheker zu versuchen. Der 29-Jährige hat die St.-Martini-Apotheke an der Obernstraße von Wolf-Dieter Kühne übernommen, der sich in den Ruhestand verabschiedet hat. „Ich wollte immer eine eigene Apotheke. Man hat einfach mehr Optionen, kann sich besser an den Kundenwünschen orientieren.“

Allerdings ist sich auch Schmitt bewusst, dass die Gewinne in den vergangenen zehn Jahren „massiv eingebrochen sind“. Zwar steige der Umsatz, für die Apotheker bleibe aber weniger übrig als früher. „Um über die Runde zu kommen, muss eine Apotheke mindestens 1,5 Millionen Euro Umsatz im Jahr erzielen. Davon bleiben durchschnittlich sieben Prozent als Bruttogehalt hängen“, rechnet Schmitt vor.

Schuld daran sind nach Ansicht von Schäfer die Weichenstellungen der Politik, bei der die Apotheker keine Lobby hätten, „weil ein Großteil unserer Arbeit im Verborgenen stattfindet. Wir können deshalb kaum Forderungen stellen.“ Vor allem der Bürokratieaufwand sei gestiegen.

Schäfer betreibt – genau wie Henning Pusch mit der Apotheke am Markt und der Easy-Apotheke – eine Zweitfiliale an der Echternstraße. „In Stadthagen werden Apotheken nicht geschlossen, sondern als Filialen weitergeführt. Als Einzelapotheke wäre der Standort Echternstraße wirtschaftlich nicht tragbar“, sagt Schäfer. Der Vorteil einer Zweitfiliale liege darin, dass er sein Lager auf zwei Standorte verteilen könne und so über eine größere Auswahl an Artikeln verfüge.

Die Situation für die Stadthäger Apotheken werde zudem dadurch erschwert, dass zahlreiche Ärzte die Innenstadt verlassen haben. Zuletzt hatten Dr. Bernd Blohm, Dr. Ahmet Cetindere und Dr. Sibel Baz ihre Gemeinschaftspraxis an der Obernstraße aufgelöst. „Die Patienten wandern zum Teil nach Bückeburg oder Bad Eilsen ab“, hat Schäfer beobachtet.

Schmitt beziffert den Umsatz, den ein Allgemeinmediziner für eine Apotheke bringt, auf 200 000 Euro im Jahr. Ein Ärztehaus mit 20 Medizinern bringe vier Millionen Euro jährlich. Das geplante Ärztehaus sehen beide Apotheker dennoch mit Skepsis. „Das muss man kritisch betrachten. Am Rand der Innenstadt würde es Umsatz wegziehen“, ist Schmitt überzeugt. Auch Schäfer meint: „Die Ansiedlung außerhalb der Kernstadt wäre ein schwerer Fehler, das würde die kränkelnde Innenstadt weiter schwächen.“

Denn Schäfer hat festgestellt, dass die Kaufkraft in Stadthagen von Jahr zu Jahr abnimmt. „Unsere nicht rezeptpflichtigen Verkäufe sind stark rückläufig.“ Durch die Umgestaltung des Wochenmarktes seien auch die Umsatzspitzen an Markttagen eingebrochen.

Julian Schmitt ist trotz allem davon überzeugt, mit der Obernstraße den richtigen Standort für seine erste Apotheke gefunden zu haben. „Stadthagen zieht Kunden aus dem Umkreis an. Außerdem ist die Konkurrenzsituation nicht so aggressiv wie in Großstädten.“ ber

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