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Stadthagen Stadt Betriebsrat: Kein „Krach“ mit Betriebsleiter
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Betriebsrat: Kein „Krach“ mit Betriebsleiter
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00:17 07.06.2018
Die Reparaturarbeiten im Tropicana Stadthagen dauern an. Quelle: Archiv
Stadthagen

Betriebsratsvorsitzender Ulrich Germer zeigt sich nach eigenen Worten stark verwundert: „Von ,Krach‘ zwischen Betriebsleiter Jens Schmücking und Teilen unserer Belegschaft ist mir überhaupt nichts bekannt.“ Zu keinem Zeitpunkt sei ein Mitarbeiter mit einer entsprechenden Beschwerde an ihn herangetreten, „und ich wäre da auf jeden Fall die erste Anlaufstelle“, unterstreicht Germer.

Der Betriebsratschef zeigt sich irritiert, „dass ein solches Gerücht in der Politik verbreitet wird“. Wie berichtet, wurde im vertraulich tagenden Verwaltungsausschuss über angeblichen „Krach“ gesprochen. Daraufhin war die Wahl des neuen Geschäftsführers in der Gesellschafterversammlung noch einmal verschoben worden, weil Informationsbedarf bestehe. Schmücking ist vom Aufsichtsrat für diese Position nominiert worden.

Macht keinen Sinn

Er komme auch nach einigem Nachdenken auf keinen Grund, bekennt Germer, „warum in der Politik ein solches Gerücht verbreitet wird. Das macht einfach keinen Sinn.“ Er könne sich jedenfalls „nur sehr schwer vorstellen, dass so etwas aus der Mitarbeiterschaft kommt“.

Die Zusammenarbeit der Belegschaft mit Schmücking „klappt im Gegenteil recht gut“, betont Germer: „Er ist bei uns schon lange Betriebsleiter, und es gibt da keinerlei Beanstandungen.“

Der Betriebsratschef macht keinen Hehl aus seiner persönlichen Sicht: „Für mich wäre Schmücking der richtige Mann, und ich bin mir sicher, im Großen und Ganzen sieht das die Belegschaft genauso.“

Befremdet ist Germer nach eigenem Bekunden auch über eine Anmerkung von Bürgermeister Oliver Theiß. Dieser hatte bekundet, durch die Tatsache, dass die Wirtschaftsbetriebe nach dem Ausscheiden von Helmut Kirchhöfer Ende Mai derzeit ohne Geschäftsführer sind, entstehe „kein Druck“. Durch die derzeitigen Reparaturarbeiten „passiert im Tropicana im Moment nicht viel“, hatte Theiß begründet.

Mitarbeiter haben viel zu tun

Gerade wegen der umfassenden Sanierung hätten die Mitarbeiter sehr viel zu tun, hält Germer dagegen: „Alle sind in die Arbeiten stark eingebunden und machen Sachen, die sie im Normalbetrieb nicht tun.“ Germer nannte ein Beispiel: „Da stemmen Schwimmmeister, die sonst am Beckenrand agieren, unter großen Anstrengungen kaputte Abflüsse raus.“ Alle seien mit ganzer Kraft und voller Motivation bei den Reparaturarbeiten dabei, versichert er.

Und nicht zuletzt durch die Anwesenheit vieler Fremdfirmen im Bad gebe es auch für einen Geschäftsführer „jede Menge zu managen“. Umso problematischer sei es, die Neubesetzung der Stelle zu verschieben.

Germer berichtet in Zusammenhang mit den immer umfangreicheren Reparaturarbeiten von einer „erheblichen Verunsicherung“ unter den Mitarbeitern. Teilweise gebe es „Sorgen, ja auch regelrechte Ängste“. Dass überraschend immer neue Schäden auftauchen, werfe Fragen auf, „wie es hier überhaupt weitergehen soll“.

Betriebsratschef sieht keine Arbeitsplätze in Gefahr

Er höre von Befürchtungen, „dass im Extremfall auch Leute entlassen werden könnten, weil die Sanierung immer teurer werde und dann vielleicht Geld für Personal fehlt“. Dem trete er selbst so gut es geht entgegen und versuche, beruhigend einzuwirken, versichert der Betriebsratschef: „Denn ich sehe absolut nicht, dass hier Arbeitsplätze in Gefahr sind.“

Betriebsleiter Schmücking will sich selbst zu den jüngsten Entwicklungen nicht äußern. Dem Vernehmen nach ist seine Enttäuschung aber groß. In seinem Umfeld heißt es, er könne nicht nachvollziehen, weshalb er nun offenkundig zwischen die politischen Fronten geraten sei. Zumal Schmücking, der als ausgewiesener und gut vernetzter Experte in der Bäderbranche gilt, sich selbst gar nicht aktiv um die Stelle beworben hatte. Vielmehr war es der Aufsichtsrat, der an ihn herangetreten sei, heißt es. ssr, mf