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Stadthagen Stadt Betroffene krempeln die Ärmel hoch
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Betroffene krempeln die Ärmel hoch
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00:27 09.03.2018
Familienzentrums-Leiterin Britta Kunze rettet, was noch zu retten ist, vor dem Wasser. Quelle: rg
Stadthagen

Allerdings will Bürgermeister Oliver Theiß – um die Gespräche nicht zu gefährden – keine Namen nennen. Eine städtische Immobilie gebe es jedoch nicht, die jetzt einfach zur Verfügung gestellt werden könne für das Familienzentrum, die Awo und den Kinderschutzbund. Zudem sei ja auch noch nicht bekannt, ob nicht Teile des Gebäudes doch weiter genutzt werden könnten oder dies als zu gefährlich betrachtet werde.

 So ist etwa der große Gruppenraum im Erdgeschoss bisher nicht in Mitleidenschaft gezogen, auch wenn sich langsam an der Decke Wasserflecken abzeichnen. Auch einige Büros sind unbeschadet geblieben. Allerdings muss man den Eingangsbereich aufgrund der Nässe mit Gummistiefeln betreten. Eine Teilnutzung erscheint deswegen mehr als fraglich.

 Für Britta Kunze ist damit der „absolute Supergau“ eingetreten – und das gerade jetzt, wo doch in diesem Jahr das zehnjährige Bestehen der Einrichtung gefeiert werden sollte. Die Leiterin des Familienzentrums hat am Sonntag die Feuerwehr gerufen, nachdem eine Kollegin sie informiert hatte. Die Hilfsbereitschaft, die sie seitdem erfahren habe, sei wundervoll gewesen. Nicht nur, dass bis zu 30 Leute geholfen hätten, Computer und Unterlagen in Sicherheit vor dem Wasser zu bringen. „Auch jetzt klingelt ständig mein Telefon und Menschen bieten uns Büro- und Lagerräume an. Aber wir warten jetzt erst mal ein, zwei Tage ab, was die Stadt sagt. Langweilig wird uns nicht.“ Sie persönlich gehe jedoch davon aus, dass die Immobilie in den nächsten sechs Monaten nicht genutzt werden kann.

 Bis eine Lösung gefunden ist, fallen alle Angebote des Familienzentrums aus. „Wir haben hier jede Woche 400 bis 500 Leute in den verschiedenen Kursen“, zeigt Kunze die Dramatik auf.

 Die Awo ist hingegen noch glimpflich davongekommen, sagt Geschäftsführerin Heidemarie Hanauske. „Wir haben ja noch unsere Geschäftsstelle in der Rathauspassage, sodass wir die Durchführung aller Angebote vorübergehend dort gewährleisten können.“ Aber auch sie hoffe natürlich, dass es schnell eine zentral gelegene Alternative geben wird, in der alle Kooperationspartner wieder unter einem Dach vereint sein können. „Eine Zersplitterung der Träger wäre sehr schade. Denn die interne Vernetzung im Haus war ja das Besondere und hat die Arbeit richtig gut gemacht.“ col