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Betrüger ergaunern mehr als 16000 Euro

Vermeintliche Handwerker Betrüger ergaunern mehr als 16000 Euro

Erneut haben Betrüger in Schaumburg ihr Unwesen getrieben und ältere Menschen um ihr Geld gebracht. Gleich zwei Mal haben die Täter nach Polizeiangaben in den vergangenen Wochen ihr Glück versucht – leider mit Erfolg.

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Die Polizei warnt vor den Maschen der Trickbetrüger und sucht nach Hinweisen aus der Bevölkerung.

Quelle: Symbolfoto (dpa)

Stadthagen. Eine 74-jährige Stadthägerin ist Opfer vermeintlicher Handwerker geworden. Die Betrüger hatten kürzlich an ihrer Tür geklingelt und angeboten, das angeblich sanierungsbedürftige Dach instand zu setzen und den Schornstein zu verkleiden. Die Stadthägerin gab den Männern einen Vorschuss für den Materialeinkauf von 3500 Euro. Der reichte den Tätern jedoch nicht.

Ein paar Tage später suchten sie erneut die Seniorin im Stadthäger Nachtjackenviertel auf und sagten, sie bräuchten mehr Geld für das Material. Die Frau bezahlte weitere 2500 Euro. Doch auch damit begnügten sich die vermeintlichen Handwerker nicht und forderten eine weitere Zahlung. Weil die Seniorin kein Geld mehr hatte, schlugen die dreisten Täter ihr vor, einen Kredit zu nehmen.

6000 Euro futsch

Ein Verwandter der 74-Jährigen, der von dem Vorfall erfuhr, verständigte schließlich die Polizei und verhinderte so, dass der ohnehin schon hohe finanzielle Schaden noch größer wurde. Das Ende vom Lied: 6000 Euro waren futsch und von den vermeintlichen Handwerkern fehlt jede Spur. Statt das Dach neu einzudecken, hatten die Betrüger lediglich den Schornstein mit schwarzer Farbe angepinselt.

Eine Observation und Befragungen in der Nachbarschaft blieben laut Polizeisprecher Axel Bergmann weitgehend ergebnislos. Der einzige Hinweis, den die Beamten bekamen, ist die Beschreibung eines weißen Transporters mit blauer Aufschrift, der zur Tatzeit dort gesehen worden ist. Daher hofft die Polizei nun auf weitere Zeugen, die vor Kurzem verdächtige Beobachtungen im Nachtjackenviertel gemacht haben oder sogar selbst von den Betrügern angesprochen wurden.

Mehr als 10000 Euro für vermeintliche Bekannte

Im Fall einer 86-jährigen Lindhorsterin haben die Täter es bei einem Schockanruf offenbar gezielt auf die Frau abgesehen. Aufgrund ihres osteuropäisch klingenden Namens müssen die Betrüger auf ihre Herkunft geschlossen haben, vermutet die Polizei. Denn die Anrufer sprachen in der Muttersprache der Frau, erklärten ihr, dass ihre Tochter einen schweren Unfall gehabt habe und sie nun Geld bräuchten, um Arztkosten und einen Anwalt zu bezahlen. Die Lindhorsterin war so in Sorge, dass sie den vermeintlichen Bekannten ihrer Tochter mehr als 10 000 Euro gab. Das Geld ist weg, von den Tätern fehlt jede Spur.

Betrügerische Vorfälle wie die vermeintlichen Handwerker oder der Enkeltrick scheinen derzeit nach Worten von Bergmann wieder häufiger aufzutreten. Der Polizeisprecher weist daher noch einmal eindringlich darauf hin, misstrauisch zu sein, wenn Unbekannte anrufen oder vor der Tür stehen und Geld fordern. Es sei wichtig, immer nachzufragen – bei Verwandten, Nachbarn oder sogar direkt bei der Polizei.

Hinweise zu den Vorfällen nimmt die Polizei in Stadthagen unter Telefon (05721) 40040 oder vor Ort an der Vornhäger Straße entgegen. tbh

 

Bankmitarbeitern mehr trauen als Fremden

Die Maschen der Betrüger sind hinlänglich bekannt, daher hat die Polizei auch Bankmitarbeiter für Betrugsfälle sensibilisiert. „Die Mitarbeiter kennen viele der Kunden“, erklärt Juliane Djouimai, Prokuristin bei der Volksbank Hameln-Stadthagen. Dadurch würde auffallen, wenn sich in dem Verhalten der Kunden etwas ändere. Sollte jemand, der sonst nur kleine Beträge abhob, auf einmal eine besonders hohe Summe Bargeld abheben, würden die Mitarbeiter die Kunden auch schon mal anspreche und bei einem konkreten Verdacht auch die Polizei verständigt. „Aber eine direkte Handhabe haben wir natürlich nicht“, sagt Joachim Behrens, Marktbereichsleiter Stadthagen bei der Sparkasse Schaumburg. Dennoch würden die Mitarbeiter bei Verdacht vor solchen Tätern warnen und die Kunden auf die Masche der Betrüger hinweisen.

Generell, so rät Polizeisprecher Axel Bergmann, sollte man im Zweifel immer nachfragen und dem Bankmitarbeiter mehr vertrauen als dem Fremden vor der Haustür oder am Telefon. tbh

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