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Betrug im Internet mit falschen Namen

Stadthagen / Vor Gericht Betrug im Internet mit falschen Namen

Für alles hat der Angeklagte (37) eine Erklärung. Wie aus der Pistole geschossen kommen seine Antworten. Doch Staatsanwalt Günter Wilkening lässt sich nicht beirren. „Es ist typisch für Betrüger, dass sie versuchen, den Nachweis schwierig zu machen“, erklärt Wilkening.

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Quelle: dpa

Stadthagen (ly).  Verurteilt hat das Amtsgericht in Stadthagen den Mann auf der Anklagebank zu 14 Monaten Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung. Verbunden ist die Entscheidung mit 3000 Euro Geldbuße. Es ging um achtfachen Betrug in besonders schweren Fällen, nämlich gewerbsmäßig. Richterin Gönna Freifrau von Blomberg geht davon aus, dass der 37-Jährige Gewinn erzielt hat.

 Immer wieder hatte der Schaumburger, früher einmal ehrenamtlicher Trainer, zur Überzeugung des Gerichts im Internet hochwertige Sportartikel bestellt, ohne später die Rechnungen zu bezahlen. Jedes Mal traf es seinen bevorzugten Online-Shop. Unterm Strich verursachte er einen Schaden von mehr als 2200 Euro. Wo die Sachen gelandet sind, darunter Trikots, Schuhe oder Bälle, blieb im Prozess offen.

 Die Lieferadresse hatte der vorbestrafte Betrüger, ein Mann mit wechselnden Wohnsitzen in Stadthagen, Auhagen, Obernkirchen und Rinteln, stets leicht verfremdet. Ein paar falsche Buchstaben im Namen genügten manchmal schon. Richterin von Blomberg: „Die Rechnungen sollten an eine fiktive Person geschickt werden, um sich der Ware bemächtigen zu können.“ Soll heißen: Solche Rechnungen konnten nicht vollstreckt werden.

 Gleichzeitig bekam der Empfänger das jeweilige Paket offenbar ohne Probleme ausgehändigt, wenn die Anschrift geringfügig falsch war. Liefern ließ er an die eigene Wohnadresse. In einigen Fällen hatte der Schaumburger unter dem leicht verfremdeten Namen einer Frau bestellt, die zu seinen Bekannten gehörte.

 Von Beruf ist der Angeklagte Verkäufer. Er versichert, zur jeweiligen Lieferzeit in seinem Geschäft gewesen zu sein. Zu Hause Pakete angenommen habe er daher nicht, die Ware nie erhalten. Auch die Unterschriften stammten nicht von ihm. „Und mit Sportartikeln hatte ich noch niemals etwas zu tun.“

 Vor Gericht hätte es der 37-Jährige billiger haben können. Im Gegenzug für ein Geständnis hatte ihm Staatsanwalt Wilkening („Ich bin pragmatisch veranlagt“) gleich zu Beginn der Verhandlung elf Monate Freiheitsstrafe mit Bewährung plus 500 Euro Geldbuße angeboten. Hintergrund ist das „Gesetz zur Regelung der Verständigung im Strafverfahren“, das teure und zeitaufwendige Beweisaufnahmen ersparen soll.

 Weil vieles, was in der Ermittlungsakte stehe, nicht angeklagt worden sei, nannte Richterin von Blomberg das Angebot der Staatsanwaltschaft „freundlich“. Der Angeklagte wollte jedoch nicht hören, sondern lieber fühlen. Das Urteil kann noch angefochten werden.

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