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Bewaffnet auf den Weihnachtsmarkt

Prozess: Opfer will für Täter lügen Bewaffnet auf den Weihnachtsmarkt

Auf dem Weihnachtsmarkt sollen die Menschen in besinnliche Stimmung kommen, schließlich steht das Fest der Liebe vor der Tür. In einem Fall aus Stadthagen war jedoch ein Messer im Spiel.

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Quelle: dpa

Stadthagen/ Bückeburg. Verletzt wurde niemand. Zu einer Geldbuße reichte es dennoch, obwohl ein Zeuge, zugleich das Opfer, vor Gericht für den Angeklagten lügen wollte.

Geduldig hört sich Richter Thorsten Garbe die Aussage des Zeugen an. Der Mann (52) sagt offensichtlich nicht die Wahrheit. Irgendwann wird es Garbe zu bunt. „Sie lügen mich hier an, weil Sie Ihrem Freund helfen wollen“, fährt er den Zeugen an. Danach wendet sich der Richter dem Angeklagten (38) zu und fragt diesen: „Der Zeuge rennt in eine Falschaussage und macht sich strafbar. Wollen Sie das?“

Garbe gibt dem Angeklagten zehn Minuten Bedenkzeit. Nach der Rückkehr in den Gerichtssaal erklärt sich der Obernkirchener bereit, eine Geldbuße in Höhe von 300 Euro zu zahlen. Bis dahin hatte er die Tat hartnäckig geleugnet und an seiner Berufung festgehalten. Die Berufungskammer am Bückeburger Landgericht stellt das Verfahren daraufhin vorläufig ein. In einem ersten Prozess vor dem Amtsgericht in Stadthagen war der Angeklagte wegen Bedrohung zu 600 Euro Geldstraße verurteilt worden, in seinem Fall zwei Monatseinkommen.

Damals hatte der Zeuge den 38-Jährigen als Täter identifiziert - ebenso wie in einer vorausgegangenen polizeilichen Vernehmung. Zwischenzeitlich muss es zu einem Sinneswandel gekommen sein, denn plötzlich will er nichts mehr davon wissen: „Ein Typ aus Bielefeld“ soll das Messer gezückt haben, angeblich aber bereits im Jahr zuvor. Mit dem Angeklagten sei dagegen nichts gewesen, „er hat mich nicht bedroht“.

Fest steht, dass es im Streit auf dem Weihnachtsmarkt um Geld ging. Der jetzt Angeklagte („Ich habe niemanden bedroht“) hatte mit einem Bekannten Met getrunken, das bevorzugte Gesöff der alten Germanen, als der Zeuge dazukam. Zunächst war der spätere Täter nur Zuhörer des Streitgesprächs. Dann mischte er sich ein, zog ein Taschenmesser und forderte den 52-Jährigen auf, sich zu „verpissen“. Obwohl es erst nachmittags war, hatte der Mann mit dem Messer bereits 2,11 Promille Alkohol im Blut, weshalb das erstinstanzliche Gericht ihm verminderte Schuldfähigkeit zubilligte. Polizisten, über Notruf alarmiert, hatten das Messer bei ihm gefunden.

Heute sind beide Männer offenbar ziemlich beste Freunde, denn das Opfer ist bereit, als Zeuge vor Gericht eine uneidliche Falschaussage hinzulegen. Übrigens stehen darauf mindestens drei Monate Freiheitsstrafe.  ly

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