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Stadthagen Stadt Bewaffnete Polizei auch in Stadthagen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Bewaffnete Polizei auch in Stadthagen
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00:17 23.12.2016
Zwei bewaffnete Polizisten sollen für mehr Sicherheit beim Stadthäger Weihnachtsmarkt sorgen. Ein Streifenwagen blockiert die Zufahrt zum Marktplatz. Quelle: vr
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Stadthagen

Nachdem in der Bundeshauptstadt ein Lkw in eine Menschenmenge gefahren war, wurden bei allen Polizeiinspektionen im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Göttingen mit sofortiger Wirkung die sichtbare Präsenz und die Streifentätigkeit der Polizei an neuralgischen Punkten sowie insbesondere im unmittelbaren Umfeld und direkt auf den Weihnachtsmärkten erhöht, sagt Axel Bergmann, Sprecher der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg.

Auch in Stadthagen habe die Polizei mit einem verstärkten Streifendienst reagiert. Zusätzlich zu dem Beamten der Stadtwache patrouillierten zwei bewaffnete Polizisten über den Weihnachtsmarkt (siehe Kasten). Außerdem blockierten Streifenwagen die Zufahrten zum Marktplatz, sodass kein Fahrzeug ungehindert auf den Weihnachtsmarkt kommen konnte.

Konkrete Hinweise auf eine akute Gefährdung für den Weihnachtsmarkt in Stadthagen würden aber nicht vorliegen. „Besonders auf dem Land sollte man sich den Spaß und die Freude nicht nehmen lassen“, rät der Polizeisprecher. Man wolle mit der Reaktion auf den Anschlag keine Ängste schüren. Aber: „Die Sicherheit der Bevölkerung hat oberste Priorität“, betont Uwe Lührig, Polizeipräsident der Polizeidirektion Göttingen.

Das scheint auch in der Bevölkerung angekommen zu sein, auch wenn die Menschen in der Kreisstadt geteilter Meinung sind, wenn es um einen Besuch auf Weihnachtsmärkten geht. „Größere Weihnachtsmärkte besuchen wir eigentlich nicht mehr“, sagt der Stadthäger Wochenmarktbesucher Thorsten Lorenz. „Unsere Kinder sind noch klein und momentan suchen wir uns dann lieber etwas anderes als öffentliche Events.“

Nicht einschüchtern lassen möchte sich hingegen Corinna Schaal: „Ich finde, dass man sich nicht zu sehr auf diese Anschläge konzentrieren sollte und man trotzdem auch größere Veranstaltungen nach wie vor besuchen sollte.“ Petra Szymanski, Blumenhändlerin auf dem Stadthäger Wochenmarkt, zeigt sich ebenfalls erschüttert. „Auch wenn es in solchen Zeiten schwierig ist, sollten wir uns jetzt nicht davon unterkriegen lassen und trotzdem Präsenz zeigen.“

Günther Raabe, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins Stadthagen, zeigt sich zu dem Anschlag in Berlin bestürzt: „Unser Mitgefühl gilt allen.“ Der Weihnachtsmarkt in Stadthagen werde aber nach wie vor so geöffnet haben und stattfinden wie bisher. „Wir können schließlich keine Mauer um den Markt erbauen.“

Bürgermeister Oliver Theiß gibt offen zu, ratlos zu sein angesichts der Ereignisse. Nicht nur mit Blick auf den jüngsten Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt, sondern auch von Nachrichten über zwölfjährige Attentäter und weitere Schreckensmeldungen. Er gehe davon aus, dass diese eher noch zunehmen werden. Was also sei zu tun? „Man darf sein Leben dem nicht unterordnen, aber des Risikos muss sich jeder bewusst sein.“

Die Kirchengemeinde St. Martini lädt für heute, 19 Uhr, zu einem Gedenkgottesdienst ein. „Wir möchten hier in Stadthagen einen Ort anbieten, an dem wir mit unserer Betroffenheit hingehen können“, sagt Pastor Martin Runnebaum. Deshalb findet heute um 19 Uhr für 30 Minuten eine Andacht statt. Alle Bürger sind herzlich willkommen. vr, col, tbh

Spezieller Einsatz

Über ihrer Uniform tragen die Polizeibeamten bei speziellen Einsätzen, wie derzeit auf dem Stadthäger Weihnachtsmarkt, eine massive und auffällige Weste, die sogenannte taktische Schutzweste. Die Polizisten sollen mit ihrem Auftritt überzeugen, erklärt Axel Bergmann, Sprecher der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg. „Sonst haben die Beamten eine Unterziehschutzweste an, die häufig nicht sichtbar ist.“ Die taktische Schutzweste habe eine höhere Schutzklasse um im Ernstfall den Träger vor größeren Kalibern zu schützen. Außerdem tragen die Beamten bei ihrem Rundgang jeweils eine Maschinenpistole, die sonst bei Streifendiensten nicht üblich sei.

vr

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