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Bleiben Arme auf der Strecke?

Angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt Bleiben Arme auf der Strecke?

Der Wohnraum ist knapp in der Kreisstadt. Bezahlbare Unterkünfte sowieso. Am meisten unter dem veränderten Immobilienmarkt leiden die, die finanziell nicht so gut aufgestellt sind: Rentner, Geringverdiener sowie Wohnungslose. Eine Problematik, die sich in Stadthagen immer mehr ausbreitet.

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STADTHAGEN. . Ralf Schütte, Sozialarbeiter bei der Ambulanten Hilfe für Wohnungslose an der Krummen Straße, beklagt: „Es wird für uns immer schwerer, passende Wohnungen für Bedürftige zu finden.“ Den Trend, dass Unterkünfte immer teurer werden und Vermieter sich sehr genau überlegen, wen sie bei sich einziehen lassen, erkennt Schütte seit nunmehr rund zwei Jahren. Er will ihn indes nicht auf Stadthagen und den Landkreis beschränkt wissen. Er rechnet vor: „Wir brauchen Wohnungen, die höchstens 50 Quadratmeter beinhalten.“ Die Größe der Bleibe bedeute einen wichtigen Faktor. Doch fast noch wichtiger sei der Preis für die Wohnung. An dieser Stelle erläutert Schütte: „Von Amtsseite werden maximal 332 Euro Kaltmiete bereitgestellt. Warm, einschließlich Heizung, kostet die Wohnung rund 100 Euro mehr.“ Würden Ein-Zimmer-Wohnungen frei, was selten genug der Fall sei, da die Mieter genau wüssten, dass sie vergleichbare Preise anderenorts nicht erzielen können, stünden die Interessenten häufig Schlange. Für Vermieter ein Luxusproblem. Für Wohnungssuchende mit keinem oder geringem Einkommen ein riesiges Dilemma. Wer mit einem Makel die Suche antritt, könne ganz schnell aus dem Rennen sein. Schütte: „Ein Schufa-Eintrag, den ein Vermieter beim Durchleuchten eines Interessenten findet, reicht.“ Und selbst wenn diese Bewerber eine Wohnung ergattern, könne es schnell wieder vorbei sein mit der Bleibe: „Wird etwa vergessen, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt beim Sozialamt oder anderswo zu melden, kann die Wohnung ganz schnell weg sein.“
Entspannter sei die Situation auf dem Land, abseits Stadthagens und Bückeburgs. Aber dorthin wollen viele Bewerber nicht ziehen. Schütte zeigt auf: „Dort kann es ohne Auto schwer sein, von einem Ort zum anderen zu kommen.“
Früher sei das einfacher gewesen, informiert der Sozialarbeiter: „Da hatten wir stets ein eigenes Kontingent an Wohnungen, auf welches wir bei Bedarf zurückgreifen konnten.“ Auch für die Kreiswohnungsbaugesellschaft findet er dabei einige deutliche Worte: „Ich habe mittlerweile schon den Eindruck, dass man dort sehr gewinnorientiert ist.“
Eine Anpassung der aktuellen Modalitäten erklärt Heinz- Helmut Steege als unvermeidlich. Der Geschäftsführer der Stadthäger Kreiswohnungsbaugesellschaft: „Die Zahlen, insbesondere die Berechnung der Kaltmiete, sind nicht mehr zeitgemäß.“ Die Aussage, dass seine Gesellschaft nicht länger an Menschen mit wenig Geld vermiete, weist er da von sich: „Das hängt immer vom Einzelfall ab. Wir sehen uns da nach wie vor als eine gemeinnützige Einrichtung, auch wenn wir den Status nicht mehr haben.“

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