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Böses Erwachen nach Schäferstündchen

Stadthagen / Anklage nach Erpressung Böses Erwachen nach Schäferstündchen

Nach einem Schäferstündchen mit einer 16-Jährigen hat ein Anwalt (47) aus Süddeutschland offenbar fast 67 000 Euro gezahlt, damit seine Frau nichts erfährt. Der Mann und die Schülerin waren zum Steinhuder Meer gefahren, um im Auto ungestört zu sein. Einige Monate später soll die Mutter des Mädchens den Juristen erpresst haben. Seit Freitag müssen sich die Schaumburgerin (47) und ihre Tochter vor dem Amtsgericht in Stadthagen verantworten. Es geht um drei Taten. Das Urteil wird für Anfang November erwartet.

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Quelle: pr

Stadthagen. Vor Gericht kennt sich der Anwalt bestens aus, doch diese Rolle ist ihm sichtlich unangenehm. Er sitzt zwar nur im Zeugenstand und hat sich wohl auch nicht strafbar gemacht, könnte aber moralisch ins Abseits geraten sein. „Meine Frau weiß bis heute von nichts“, bekennt der 47-Jährige, das Gesicht gerötet. Gezahlt haben will der Advokat, weil er befürchtete, das Mädchen sei durch seine Schuld traumatisiert. „Ich hatte Angst, dass ich psychologisch etwas angerichtet habe“, erzählt er. Der Mutter zufolge sei die Schülerin ihm hörig gewesen sei. Körperlich ist die junge Frau, heute Studentin, bereits seit dem Grundschulalter krank.

Natürlich hatte der Anwalt auch Angst, sein Fehltritt könne öffentlich gemacht werden. „Sollten sie nicht einverstanden sein, werde ich andere Schritte einleiten“, soll die Mutter per SMS-Mitteilung aufs Handy gedroht haben. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihre Frau davon begeistert sein wird.“ Eindeutige Fotos sowie Videos, auf denen der Anwalt „herzzerreißend gestöhnt“ habe, wie es in einer Mail heißt, existieren dagegen offensichtlich nicht.
Laut Anklageschrift überwies der Familienvater für Behandlungskosten und eine Delphin-Therapie in der Türkei, er zahlte Schulgeld fürs Internat sowie den Umbau des Autos. Damit alles seine Richtigkeit hat, wurde zunächst ein schriftlicher Vergleichsvertrag über knapp 57 000 Euro geschlossen, in dem der 47-Jährige die Forderungen nach Schmerzensgeld grundsätzlich anerkannte.

Kennen gelernt hatte der Mann das Mädchen im Jahr 2008 auf einer Internet-Plattform. Dass die Schülerin erst 16 war, wusste er. Weil der Anwalt eine Zweitwohnung in Ostwestfalen hatte, kam es 2009 zu drei Treffen und einmal auch zum Sex. Dann folgte das böse Erwachen. Im Februar 2010 soll sich die Mutter eingeschaltet haben, indem sie per SMS knapp 10 000 Euro verlangte, die auch überwiesen wurden.
Im selben Jahr unterzeichneten beide Seiten den Vertrag über rund 57 000 Euro. Vorausgegangen waren laut Staatsanwalt Wilfried Stahlhut Drohungen, den Anwalt anzuzeigen, ihn zu verklagen und seine Familie zu informieren. Im Sommer 2011 soll die Mutter weitere 100 000 Euro verlangt haben, um diese Forderung später gar auf 150 000 Euro zu erhöhen. Andernfalls werde die Anwaltskammer unterrichtet. Da wurde es dem Juristen zu bunt. Er erstattete Anzeige.

„Dieser Mann ist auf mich zugekommen, nicht ich auf ihn“, verteidigte sich die Mutter vor Gericht. „Meine Tochter hat mit all dem überhaupt nichts zu tun“, versicherte sie. Die Mutter sitzt wegen Erpressung auf der Anklagebank, die Tochter, weil sie den Vertrag mitunterzeichnet haben soll.   ly

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