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Stadthagen Stadt Brandserie: 10.000 Belohnung ausgesetzt
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Brandserie: 10.000 Belohnung ausgesetzt
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00:16 28.10.2013
Bei einem der Brände wurde das Rottlokal der Jungen Bürger zerstört. Quelle: rg
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Von Verena Insinger

Stadthagen. „Das Geld ist für Zeugen, die mit ihren Beobachtungen und Hinweisen dazu beitragen, dass der Täter, der nach Ansicht der Stadthäger Ermittlungsgruppe zumindest für einen Teil der Brände verantwortlich ist, ermittelt und überführt wird“, heißt es in einer Pressemitteilung. In diesem Zusammenhang weist die Polizei daraufhin, dass die Belohnung auch für Hinweisgeber gilt, die ebensolche Aussagen im Zusammenhang mit den Brandstiftungen aus dem Jahr 2012 machen können.

In die Ermittlungen der bislang neun ungeklärten Brände seit dem 16. September in Stadthagen und Hülshagen kommt Bewegung: Die Ermittlungsgruppe der Polizei wurde Anfang der Woche von sechs auf zehn Spezialisten aufgestockt. Gilt es doch, zahlreichen Hinweisen aus der Bevölkerung nachzugehen. „Wir gehen bei unseren Untersuchungen sehr in die Tiefe. Das kostet Zeit und Personal“, sagt Hauptkommissar Gerhard Böttcher. Dennoch gebe es bislang keine heiße Spur.

Auch mögliche Beweismittel, die an den Brandstellen von der Tatortgruppe sichergestellt worden sind, wurden vom Landeskriminalamt noch nicht abschließend ausgewertet. Auch gebe es derzeit keinen Anfangsverdacht gegen eine oder mehrere Personen. „Das Problem bei Brandermittlungen ist immer die Spurenlage. Die werden naturgemäß in den meisten Fällen vom Feuer gänzlich zerstört“, erläutert Böttcher, Mitglied der Ermittlungsgruppe. Offen sei derzeit auch noch, ob die Polizisten es mit einem Täter oder aber auch Trittbrettfahrern zu tun hat.

Seit nunmehr acht Tagen ist es ruhig in Stadthagen geworden. Am Donnerstag, 17. Oktober, brannten zuletzt Container und ein Holzverschlag an der Teichstraße. Diese Pause könne auf die erhöhte Polizeipräsenz auf Stadthagens Straßen zurückzuführen sein, meint Böttcher.

Wie knapp es beim letzten Feuer war, dass der Täter auf frischer Tat ertappt worden wäre, weiß nur der Brandstifter. Eine Streifenwagenbesatzung hatte das Feuer noch in der Entstehung entdeckt. Wie lange der oder die Unbekannten da vom Tatort schon weg waren, ist reine Spekulation.

Vielleicht haben die Präsenz der Bereitschaftspolizei aus Hannover und der Vorfall an der Teichstraße den oder die Täter vorsichtiger werden lassen. Das sei derzeit alles Spekulation, betont der Hauptkommissar. „Vielleicht ist der Täter auch im Urlaub oder aber krank“, verdeutlicht der Polizist, dass es für die Pause keine eindeutige Erklärung gibt.

Böttcher: „Die Erfahrungen zeigen, dass solche Täter im Grundsatz nicht berechenbar sind.“ Deswegen sei auch offen, ob und wann es das nächste Mal auf Stadtgebiet brennt.

Wie lange die Stadthäger Beamten noch mit der Unterstützung aus Hannover rechnen können, sei offen. „Wir hoffen, dass sie noch lange vor Ort bleiben. Das hängt aber auch immer von der anderweitigen Einsatzlage ab.“

Und wie sollen sich Bürger verhalten, die nach einem Brand Beobachtungen machen? „Sofort bei der Polizei oder der Notrufnummer 110 anrufen und mit dem Telefon am Ohr den Beamten alles durchgeben, was sie sehen“, sagt der Experte. In welche Richtung geht der Unbekannte? Wie groß ist er? Was trägt er für Kleidung? Gibt es weitere Auffälligkeiten? All das erleichtere einer Streifenwagenbesatzung das Auffinden dieser Person. Ob es sich dann tatsächlich um den Täter handelt, müsse dann gesehen werden.

>> Wer Hinweise auf die Feuer in 2013 oder sogar 2012 geben kann, sollte sich umgehend mit der Polizei in Stadthagen, Telefon (05721) 4004-0, in Verbindung setzen, oder persönlich auf die Wache kommen.

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