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Brandstifter bekommt drei Jahre Haft

Stadthäger bekennt sich zu seiner Schuld Brandstifter bekommt drei Jahre Haft

Der Feuerleger von der Gubener Straße steht jetzt doch zu seiner Schuld. Die Brandstiftung und mehrere andere Taten, die ihm zur Last gelegt werden, hatte der 36-Jährige bis zur jetzigen Berufungsverhandlung stets bestritten. Im Gegenzug hat eine Berufungskammer am Bückeburger Landgericht die Haftstraße auf drei Jahre reduziert.

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Stadthagen/Bückeburg. In einem vorausgegangenen Prozess war der Angeklagte vom Schöffengericht Stadthagen zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Die frühere Lebensgefährtin des 36-Jährigen, in deren Wohnung der Mann Feuer gelegt hatte, musste nicht mehr aussagen. Sie reagierte darauf „mit großer Erleichterung“, so Dietmar Weyland, der Anwalt des Opfers. Der Justiz bleiben drei weitere Prozesstage und 19 Zeugenvernehmungen erspart. Er gab lediglich zu, zweimal betrunken Auto gefahren zu sein.

Angeklagter entschuldigt sich bei Ex-Freundin

„Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt“, ermunterte Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig den Angeklagten zu Beginn der Beweisaufnahme, ein Geständnis abzulegen oder seine Berufung zurückzuziehen. Der Stadthäger entschied sich dafür, die Berufung auf das Strafmaß zu beschränken. Außer dem darin enthaltenen Schuldbekenntnis, das man in seinem Fall als Geständnis werten kann, rechneten die Berufungsrichter dem 36-Jährigen an, dass er sich bei seiner Ex persönlich entschuldigen wollte. Die Frau wollte jedoch lieber draußen bleiben. Anwalt Weyland richtete ihr die Entschuldigung aus.
Vor allem will sich der Handwerker (13 Vorstrafen) nun darauf konzentrieren, seinen Meister zu machen. Sobald er nicht mehr in Untersuchungshaft sitzt, sondern in Strafhaft, kann er beantragen, nach Verbüßung von zwei Dritteln entlassen zu werden.

Trennung Grund für Ausraster

Ausgerastet war der Stadthäger damals, weil seine Lebensgefährtin mit ihm Schluss gemacht hatte. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen im August 2015 hielt er Polizei und Feuerwehr in Atem. Durch die Brandstiftung löste der 36-Jährige einen Großeinsatz aus, an dem allein sieben Streifenwagen beteiligt waren.
Aber der Reihe nach: Am Tag vor dem Brand hatten Polizisten den Mann nach einer durchzechten Nacht gleich zweimal aus dem Verkehr gezogen – jeweils mit deutlich mehr als zwei Promille Alkohol im Blut. Zwischen den beiden Fahrten war er vor dem Haus seiner Ex aufgetaucht, wo er die Frau im Streit würgte.
Am 28. August ließ sich der Mann von einer Bekannten aus Braunschweig nach Stadthagen fahren. An einer Tankstelle befüllte er zwei Zwei-Liter-Flaschen mit Benzin. Eine davon leerte er später im Schlafzimmer seiner Ex aus, um Feuer zu legen. Schnell stand der Raum in Flammen.
In der Wohnstube entfachte er einen kleineren Brand, zündete dort aber zusätzlich einen Böller, durch dessen Druckwelle eine Scheibe zersplitterte. Aus Angst war die Frau vorher mit den Kindern zu ihrer Schwester geflüchtet. Zeugen erkannten den 36-Jährigen vor der Tat im Treppenhaus, eine Frau beim Wegrennen.
Alle Bewohner des Mehrfamilienhauses konnten sich ins Freie retten. Eine Frau und zwei Kinder mussten jedoch mit Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus. Deshalb wurde der Brandstifter auch wegen gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen verurteilt, außerdem wegen zweifacher Körperverletzung (seiner Freundin), versuchter Nötigung, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Trunkenheit im Verkehr und vorsätzlichen Vollrausches.

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