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Brutaler Räuber legt Geständnis ab

Prozess Brutaler Räuber legt Geständnis ab

Die Zeugin spricht so leise, dass sie kaum zu verstehen ist. Nach wenigen Minuten beginnt die Kassiererin zu weinen. Noch heute leidet das Opfer unter den seelischen Folgen eines Verbrechens, das mehr als ein Jahr zurückliegt. Gemeint ist der bewaffnete Raubüberfall auf einen Supermarkt an der Stadthäger Jahnstraße.

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Quelle: dpa

Stadthagen/Bückeburg. Vor dem Landgericht in Bückeburg hat heute der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen, einen polizeibekannten 27-Jährigen aus dem ostwestfälischen Paderborn. Zum Auftakt verlas Verteidiger Ralf Jordan eine Erklärung für seinen Mandanten, in der dieser die Tat gesteht.
Zugleich behauptet der Angeklagte jedoch, einen Komplizen gehabt zu haben. Dieser Mann, den Angaben zufolge Bauunternehmer, soll den 27-Jährigen quasi angestiftet haben. Der Tipp, den Stadthäger Markt auszurauben, soll von ihm gekommen sein.
Angesichts „großer finanzieller Probleme“, so Anwalt Jordan, habe sich der Angeklagte dazu bereit erklärt. In der Erklärung heißt es sinngemäß weiter, dass beide Männer sich vor dem Überfall in der Nähe getroffen hätten. Von dem Unternehmer will der Angeklagte wiederholt Baumaterial geschenkt bekommen haben. Die Beute soll geteilt worden sein. Ob das stimmt, blieb heute zunächst offen.
Fest steht, dass der maskierte Räuber an jenem 24. August 2013, einem Sonnabend, brutal vorgegangen ist. Nach Ladenschluss, gegen 22.30 Uhr, hatte er am Personaleingang gewartet, durch den die Angestellten das Gebäude verlassen. Im Geschäft waren zu dieser Zeit noch der stellvertretende Marktleiter und zwei Mitarbeiterinnen.
Mit vorgehaltener Waffe drängte der Täter alle drei zurück ins Büro. Den Mann schlug er mit der Mündung seiner Pistole gegen die Brust, was zu einer blutenden Wunde führte. „Er hat gesagt: Ich schlage Dich tot“, erinnert sich das Opfer. Die Waffe war nach Darstellung der Verteidigung eine Spielzeugpistole aus Plastik.
Später bekam der Marktleiter noch einen Faustschlag ins Gesicht. An den Folgen des Überfalls leidet auch er. „Nachts wache ich schweißgebadet auf“, erklärt der 43-Jährige. Den Geldschrank musste damals eine Frau öffnen. Zurück blieben die Mitarbeiter, gefesselt mit Kabelbindern.               
Mit seiner Beute von rund 3000 Euro, dem Vernehmen nach überwiegend Hartgeld, konnte der Räuber zunächst fliehen. Auch die Suche mit einem Hubschrauber blieb ohne Ergebnis. Anfang April meldete die Polizei dann einen Fahndungserfolg.
DNA-Spuren hatten zu dem Mann aus Paderborn geführt. An einer Tür hatte sich der 27-Jährige eine blutende Kopfwunde zugefügt. Weil er bereits amtsbekannt ist, ergab ein Abgleich mit der Datenbank beim Landeskriminalamt einen Treffer.
Vor Gericht entschuldigt sich der Angeklagte. „Es tut mir sehr, sehr leid“, versichert er. „Ich habe wirklich Mist gebaut.“ Antwort des Marktleiters: „Das nehme ich zur Kenntnis.“ Verteidiger Jordan hat angekündigt, morgen Schmerzensgeld überweisen zu wollen. Der Prozess wird fortgesetzt.     ly

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