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„Bühne für Menschenrechte“ rüttelt auf

Erschreckende Analogien „Bühne für Menschenrechte“ rüttelt auf

Die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 markiert den Übergang zur systematischen Verfolgung von Juden durch die Nationalsozialisten. Hunderte Menschen starben in jener Nacht oder wurden vertrieben, Tausende Synagogen wurden in Brand gesteckt. Auch heute stehen mit Flüchtlingsheime Gebäude in Flammen, die eigentlich Schutz bieten sollen. Diese Analogie war das zentrale Thema einer Theateraufführung der „Bühne für Menschenrechte“, die in der Aula des Ratsgymnasiums zu Gast war.

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Die Darsteller verlassen sich ganz auf das gesprochene Wort.

Quelle: js

Stadthagen (js). Die „Asyl-Dialoge“ arbeiten als dokumentarisches Theater mit Originalberichten von Verfolgten vor, während und nach der Flucht. Die sechs Darsteller auf der Bühne konzentrierten sich ausschließlich auf die sprachliche Wiedergabe der Interviews von Flüchtlingen und engagierten Helfern. Es gab weder ein Bühnenbild noch eine Choreografie. Das war auch gar nicht nötig, die eindringlichen Worte der Protagonisten genügten völlig, um das Publikum in eine Welt voller Angst, Terror und der Hoffnung auf ein besseres Leben zu ziehen. Nur ein Piano-Spieler bekräftigte mit entsprechenden Tönen die Dramatik einzelner Szenen.
So hörten die zahlreichen Zuschauer die Geschichte eines Pakistanis, der in seinem Heimatland mit Freunden für bessere Studienbedingungen protestieren wollte. Als die Polizei das Feuer auf die Gruppe eröffnete, starb dabei ein Kumpan und der junge Mann selbst wurde seither gesucht. Nach vielen Jahren auf der Flucht kam er zwar in Deutschland an, sollte aber bald wieder abgeschoben werden.
Auch die Erlebnisse einer Dolmetscherin, die im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hautnah bei Asyl-Entscheidungen dabei war, berührte mit ihren Schilderungen auf eindringliche Weise. In kurzen Dialogen zeigten die Schausteller der Theatergruppe, wie sie die Arbeit als Dolmetscherin geschildert hat. Teil davon war etwa eine verbitterte Juristin, die in allen Asylsuchenden „Sozialschmarotzer“ sah oder ein „Entscheider“, der von sich glaubte, alle vermeintlichen Regungen von Flüchtlingen psychologisch einordnen zu können und somit zahlreichen Menschen das dringend benötigte Asylrecht verwehrte.
Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der St.-Martini-Gemeinde, der Gemeinde St. Joseph, der Ecclesia-Gemeinde, der Arbeiterwohlfahrt, dem Diakonischen Werk und dem Ratsgymnasium realisiert. Die unter den Besuchern gesammelten Spenden kamen der Flüchtlingshilfe Stadthagen zugute.

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