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Bündnis Nordstadt „schlummert dahin“

Stadthagen / Verein soll weiter bestehen Bündnis Nordstadt „schlummert dahin“

Mit großem Paukenschlag war der Verein Bündnis Nordstadt vor fünf Jahren gestartet. Richtig Schwung wollten die Initiatoren in das Problemquartier Nördliche Altstadt bringen. Bürgermeister Bernd Hellmann hatte die Hoffnung geäußert, der Verein könne sich als „Entwicklungstreiber“ zeigen. Doch seit einiger Zeit „schlummert Bündnis Nordstadt dahin“, wie dessen Vize-Vorsitzender Jost Böger auf Anfrage eingesteht.

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Vorrangigen Handlungsbedarf sieht die Stadtverwaltung im besonders maroden zentralen Bereich der Krummen Straße.

Quelle: rg

Von Stefan Rothe

Stadthagen. Der Gründungsvorsitzende Stefan Ammon hat den Vorsitz im vergangenen Sommer „aus persönlichen Gründen wie bei Nacht und Nebel niedergelegt“, berichtet Böger: „Er hat uns ratlos zurückgelassen.“ Eine Vorstandssitzung hat es seitdem nicht mehr gegeben. Nach etlichen Austritten hat der Verein nach Angaben Bögers aktuell noch 15 Mitglieder.
„So ist das alles kein Zustand“, räumt Böger ein. Obwohl sich die Gewinnung neuer Mitglieder stets „als sehr schwierig“ erwiesen habe, werde der Restvorstand „zumindest versuchen, den Verein am Leben zu erhalten, in welcher Form auch immer“, so Böger.

Aus Sicht der Stadtverwaltung, die im Vorstand des Vereins übrigens mit einer Stimme vertreten ist, sagt Bürgermeister Hellmann, sei es „richtig gewesen, einen solchen Versuch gestartet zu haben“. Das eine oder andere sei auf die Beine gestellt worden. Der Dialog mit den zu Aktivitäten bereiten Nordstadt-Initiatoren sei sinnvoll. Insgesamt gesehen sei aber „zu wenig Dynamik“ entstanden. Zum engen Kreis der Gründer-Aktivisten „sind im Grunde keine Weiteren hinzugekommen“.

Daher lautet die Schlussfolgerung Hellmanns: Eine Initiative zur Belebung eines Stadtteils „geht offenbar nicht auf ehrenamtlicher Basis“. Das Management könne auf diese Weise nicht laufen, „daran hat es gehapert“.
Daher sei eine Veränderung in Richtung eines professionellen, „mit Geld ausgestatteten“ City-Managements anzustreben, weist der Verwaltungschef in die Zukunft. Und zwar nicht ausschließlich mit Blick auf die Nordstadt, sondern für die ganze Stadt und deren Zonen mit Entwicklungsbedarf. Die nördliche Altstadt dürfe „nicht allein im Blick sein“.
Mit dem Verein Bündnis Nordstadt, so er überlebt, will die Verwaltung weiter einen konstruktiven Dialog pflegen.

Impuls in der Krummen Straße setzen

Die Krumme Straße steht ganz oben auf der Prioritätenliste der Stadtverwaltung, was die nördliche Altstadt angeht. „Wir müssen dort als Stadt einen Impuls setzen“, sagt Verwaltungschef Bernd Hellmann mit Blick auf den wenig ansehnlichen und teilweise leblos wirkenden Straßenzug. Es sei die Absicht, unter städtischer Federführung dort eine städtebauliche „Ankerinvestition“ vorzunehmen. Einzelheiten mochte der Bürgermeister noch nicht verraten.

Der zweite Blick richtet sich auf den unteren Bereich der Niedernstraße. „Hier wollen wir das Gespräch mit Eigentümern von Gebäuden mit Leerständen intensivieren“, sagt der städtische Wirtschaftsförderer Lars Masurek. Er habe freilich die Erwartung, fügt Hellmann hinzu, „dass in die Mietpreisvorstellungen Bewegung hinein kommt“. Entwicklung hänge von ausreichender Initiative der Eigentümer ab. Aber: „Wenn es bei engagierten Projekten zu Wirtschaftlichkeitslücken kommt, wird es finanzielle Mittel der Stadt geben.“

Die Verkehrsführung lasse sich „kurz- und mittelfristig nicht verändern“, so Hellman, „sie bleibt aber langfristig im Blick“. Schließlich der Hundemarkt: Hier gebe es Beispiele positiver Veränderungen, aber auch in diesem Bereich müsse noch mehr passieren.

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