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Bürotrakt wird Flüchtlingsheim

Ehemaliges Alcatel-Gelände Bürotrakt wird Flüchtlingsheim

Der Gewerbepark Schaumburg vermietet den ehemaligen Alcatel-Bürotrakt an der Gubener Straße an den Landkreis, der dort rund 40 Flüchtlinge unterbringen will. Entsprechende Informationen, die die Gewerbepark Schaumburg GbR auf ihrer Facebookseite bekannt gegeben hat, bestätigte Bürgermeister Oliver Theiß auf Anfrage der SN.

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Im Obergeschoss des ehemaligen Bürotraktes will der Landkreis 40 Flüchtlinge unterbringen.

Quelle: rg

Stadthagen (ber). Thorsten Steinweg, der für die Vermietung der Immobilien auf dem Gelände zuständig ist, erklärt die Beweggründe der GbR. Den Anstoß habe ein Bericht der Schaumburger Nachrichten gegeben, dass 1200 Flüchtlinge in den Landkreis kommen. „Ich bin direkt zu Herrn Franke (Tobias Franke, Eigentümer des Gewerbeparks, Anm. d. Red.) gegangen und habe gesagt: Wir müssen etwas tun.“
Kurze Zeit später sei die Stadt auf ihn zugekommen und habe sich nach dem leer stehenden Bürotrakt erkundigt. „Bei einer Besichtigung haben die Mitarbeiter aus der Verwaltung schnell entschieden, dass sich das Gebäude für die Flüchtlingsunterbringung eignet“, berichtet Steinweg. Auch die Brandschutzbeauftragte des Landkreises habe grünes Licht gegeben.
Aus wirtschaftlicher Sicht, betont Steinweg, lohne sich das Engagement nicht. Der Mietzins soll sich nach SN-Informationen unter dem bewegen, was der Landkreis üblicherweise für die Flüchtlingsunterbringung zahlt. Sprich: weniger als fünf Euro pro Quadratmeter.
Auf mindestens 40 000 Euro beziffert Steinweg die Umbaukosten für die GbR, um den Bürotrakt in ein 550 Quadratmeter großes Wohngebäude mit 16 Zimmern zu verwandeln. So werden separate Sanitäranlagen für Männer und Frauen, eine Gemeinschaftsküche und zwei Aufenthaltsräume neu geschaffen sowie Elektrik, eine Zutrittskontrolle und eine Brandmeldeanlage installiert. Innerhalb von vier Wochen soll das Gebäude bezugsfertig sein.
Theiß ist nach eigenen Worten sehr froh über diese Lösung. „Der Zuschnitt der Wohnung ist perfekt auf die Bedürfnisse abgestimmt. Es gibt viele, relativ kleine Wohn- und mehrere Aufenthaltsräume. Dadurch können sich die Flüchtlinge in dem Gebäude gut verteilen“, erklärt Theiß.
Bedenken gibt es trotzdem. „Natürlich haben wir und unsere Mieter ,Bauchschmerzen‘ bei dem Gedanken, was da auf uns zukommt. Bleibt alles friedlich? Wie gehen wir mit den fremden Kulturen um – und die mit uns?“, fragt sich Steinweg. „Wie es laufen wird, weiß keiner. Aber wir gehen das Risiko ein. Wir hoffen, dass mit Toleranz, Menschlichkeit und einem Vertrauensvorschuss der Weg zu einem Miteinander geebnet werden kann.“

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