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Bummeln mit der Uhr im Blick

Parken in Stadthagen Bummeln mit der Uhr im Blick

An den Parkplätzen in der Stadthäger Innenstadt scheiden sich die Geister. Zu wenige und zu teuer, sagen die einen. Genügend und zu humanen Preisen, sagen die anderen.

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Momentan hat die Stadt Stadthagen keine Pläne, die Parkplatzgebühren abzuschaffen.

Quelle: Symbolfoto dpa

Stadthagen. Stadthagen.   Derzeit hat die Stadt keine Pläne, die Parkplatzgebühren abzuschaffen, erklärt Pressesprecherin Bettina Burger auf Anfrage. Gäbe es keine Gebühren, würden Dauerparker den Kunden erst recht die Plätze wegnehmen, so die Sorge der Verwaltung, die auch der Vorsitzende des Stadtmarketing Stadthagen (SMS) teilt.

Günter Raabe: „Die Parkplatzsituation ist nicht das Problem in Stadthagen. Wegen kostenfreier Parkplätze kommt niemand in die Innenstadt.“

Viele Geschäftsleute und Ladeninhaber sehen das jedoch anders. „Die Parkplatzgebühren zu senken, wäre sinnvoll, um Kunden in die Stadt zu locken“, meint Jessica Kahne, Inhaberin von Einklang Hörsysteme an der Rathauspassage. Jeanette Beer, Filialleiterin des ABC-Schuhcenters am Markt, ist der gleichen Meinung. Auch Juwelier Joachim Held ist der Ansicht, dass das Parken ab Freitagnachmittag gebührenfrei sein sollte. „Wir hatten schon Kunden, die aus dem Geschäft gelaufen sind, mit dem Hinweis, ihre Parkuhr laufe ab“, berichtet Held. „Andere Kunden haben mir gesagt, dass sie gerne in Bückeburg einkaufen, weil sie da ihr Auto abstellen und sich Zeit zum Bummeln nehmen können.“

In der ehemaligen Residenzstadt ist das Parken in der Innenstadt ab 17 Uhr, freitags ab 13 Uhr und am Wochenende komplett kostenfrei. Auch in Wunstorf kann man ab 15 Uhr und am Wochenende umsonst parken.

„Mit der Höhe der Kostenpflicht für das Innenstadtparken liegt Stadthagen, verglichen mit den Nachbarkommunen, weitgehend im Rahmen. Gleichzeitig darf nicht vergessen werden, dass ein Betrag von 60 Cent pro Stunde ein maßvoller und akzeptierter Preis ist, wenngleich viele Menschen eine andere emotionale Empfindung dazu haben“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage der Stadt vom 17. November. Darin wird außerdem auf den Festplatz und die Herminenstraße verwiesen, wo annähernd 900 kostenfreie Parkplätze zur Verfügung stünden. Von da aus sei die Innenstadt fußläufig zu erreichen. Auch Raabe hält den Festplatz für eine gute, kostenfreie Alternative. „In Hannover wäre das eine tolle Sache. Aber in Stadthagen sind es von dort gefühlte fünf Kilometer in die Innenstadt.“

Diese Ansicht teilt jedoch nicht jeder: „Ich laufe vom Festplatz 15 Minuten in die Innenstadt. Nach der Arbeit, wenn es dunkel ist, fühle ich mich dort nicht sicher“, klagt Verkäuferin Nicole de Marche. „Die Tiefgarage am Hundemarkt, die ich als Frau ungern nutze, ist immer belegt. Und die Frauenparkplätze sind immer von Männern besetzt.“

Viele Geschäftsleute meinen, es gibt in Stadthagen vor allem zu wenige Parkplätze. Bettina Burger ist anderer Ansicht: „Es gibt genug Parkplätze.“ Im erweiterten Innenstadtbereich stünden gut 2000 Stellplätze zur Verfügung.

Auch Andreas Riehl, Geschäftsführer von Lin-Riehl Braut- und Abendmoden, sagt: „Die Parkplätze sind knapp, es könnten mehr sein.“ Die Gebühren abzuschaffen, hält Riehl dagegen nicht für sinnvoll. „Die Preise sind human. Außerdem sehe ich dann das Problem mit den Dauerparkern.“ Auch Optiker Mike Barthel hält die Gebühren für sehr moderat. „In Hannover zahle ich ein Vielfaches.“ Für Kurzparker gebe es zudem die Brötchentaste. „Die Brötchentaste nützt gar nichts“, meint dagegen Juwelier Held. „Die Leute sollen bummeln und sich Zeit nehmen können.“

Auch bei der von den SN moderierten Podiumsdiskussion im Rahmen der Initiative „Kauf hier“ war die Parkplatzsituation ein Thema. Hagemeyer-Geschäftsführer Jürgen Ahrens hatte dort angeregt, die Innenstadt zu verdichten und nicht genutzte Gebäude zugunsten von Parkflächen zurückzubauen. Außerdem sei die Schaffung von mehr Kurzzeit-Parkplätzen ratsam. „Der Kunde ist bequem.“

30 Minuten kosten 30 Cent

Das Parken an Parkscheinautomaten und in Tiefgaragen kostet in Stadthagen 30 Cent pro halbe Stunde. Ab der vierten Stunde werden für jede angefangene halbe Stunde 60 Cent fällig. In der sehr zentralen Lage „Am Kirchhof“, die nur für kurze Parkzeiten vorgesehen ist, werden 50 Cent pro halbe Stunde erhoben. Gleiches gilt für die privat betriebene TG Marktpassage.
Nutzer des Parkplatzes Hagemeyer entrichten im Falle eines Einkaufes im gleichnamigen Kaufhaus für einen Zeitraum von zwei Stunden einen Betrag von 25 Cent. Die Gebührenpflicht gilt auf städtischen Flächen von montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr. Aus der Parkraumbewirtschaftung erzielt die Stadt einen jährlichen Überschuss in Höhe von rund 250 000 Euro.  ber

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