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Christen verlieren den Glauben an die Kirche

Landkreis Christen verlieren den Glauben an die Kirche

Während die evangelischen Landeskirchen in Bremen und Hannover mit steigenden Austrittszahlen zu kämpfen haben, können die Gemeinden der Landeskirche Schaumburg-Lippe diesen Trend nicht bestätigen.

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Quelle: dpa

Landkreis. „Wir haben keine signifikante Zunahme von Kirchenaustritten feststellen können“, sagt Ulrich Hinz, Pressesprecher der evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe, die 55000 Gemeindemitglieder zählt. Deren Verwaltungsleiter Frank Jaksties bestätigt: „Die Quote liegt schon seit Ewigkeiten bei etwa 300 Austritten pro Jahr.“

 In anderen Landeskirchen Niedersachsens hat sich die Situation jedoch verschlimmert: Nach einer Hochrechnung der hannoverschen Landeskirche, zu der auch Teile Schaumburgs gehören und die insgesamt etwa 2,8 Millionen Mitglieder zählt, wanden sich dort im Vorjahr mehr als 20000 Menschen von ihren Gemeinden ab. Das sind 2400 Austritte mehr als noch 2012. Auch die Landeskirche Bremen verlor von ihren knapp 212000 Angehörigen allein im ersten Quartal 2014 fast 780 Mitglieder, was eine Steigerung von 31 Prozent für denselben Zeitraum im vergangenen Jahr bedeutet.

 Hinz erklärt sich die Austrittswelle mit der allgemeinen Verwirrung um die Kirchensteuer auf Kapitalerträge. Jene Steuer gibt es zwar schon seit vielen Jahren, sie wird ab 2015 aber auf eine neue Art erhoben. Die automatische Weiterleitung des Kirchenanteils an der Kapitalertragsteuer erfolgte seit 2009 nur nach entsprechender Mitteilung des Steuerpflichtigen an seine Bank. Im nächsten Jahr gibt es diese Benachrichtigung nicht mehr und die auf Kapitalerträge anfallende Kirchensteuer wird grundsätzlich automatisch an die Finanzbehörden weitergeleitet (siehe Kasten). „Dieser Prozess wurde schlecht vermittelt. Viele Gemeindemitglieder dachten, es gäbe eine gänzlich neue Steuer“, erklärt Hinz.

 Im Bereich der Kommunikation liegt nach seinen Angaben auch der entscheidende Punkt, warum derartige Austrittswellen in den ländlichen Gemeinden der Landeskirche Schaumburg-Lippe eher unwahrscheinlich sind. „Nehmen wir ein Dorf mit 800 Leuten. Da kennt der Pfarrer noch jeden mit Namen“, erklärt Hinz. Der Informationsfluss funktioniere hier besser und die Bindung untereinander sei wesentlich stärker als beispielsweise in großen städtischen Gemeinden.

 Allerdings verliert auch die Landeskirche Schaumburg Mitglieder – und das nicht nur durch Kirchenaustritte. Insgesamt schrumpft die Anzahl der Gläubigen jährlich um etwa 1,5 Prozent. „Das liegt hauptsächlich an den vorhandenen Gegebenheiten“, sagt Jaksties. So sei der demografische Wandel das schwerwiegendste Problem: „Wir haben insgesamt mehr Beerdigungen als Taufen“, sagt der Verwaltungsleiter. Daraus ergebe sich zwangsläufig ein Rückgang. Im nationalen Vergleich sei es um die Kirchenzugehörigkeit der Landeskirche aber „gut bestellt“. js

Die Kirchensteuer auf Kapitalerträge

Das Verfahren greift, wenn die Zinsgewinne des angelegten Kapitals bei Ledigen 801 und bei Verheirateten 1602 Euro insgesamt überschreiten. Ab diesen Beträgen erhebt der Staat eine Kapitalertragssteuer von 25 Prozent. Auf diese 25 Prozent fallen, wie seit vielen Jahren schon, in Niedersachsen neun Prozent Kirchensteuer an. Ab Januar 2015 übermittelt das Bundeszentralamt für Steuern in verschlüsselter Form den Banken, ob der Kontoinhaber Mitglied einer steuererhebenden Kirche oder Religionsgemeinschaft ist. Falls ja, leiten die Geldhäuser die anfallende Kirchensteuer über die Finanzämter an die entsprechenden Religionsgemeinschaften weiter. Dafür war bisher eine gesonderte Zustimmung nötig, die nun entfällt.  Quelle: epd

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