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DRK-Treffen der Schaumburger Ortsvereine

Thema: Flüchtlinge werden jetzt registriert DRK-Treffen der Schaumburger Ortsvereine

 Darauf haben Ehrenamtliche und Asylsuchende wohl gleichermaßen gewartet: Flüchtlinge in Schaumburg werden registriert.

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Wendthagen. Diese Nachricht kam auch für die Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) überraschend, als der Kreisverbandsvorsitzende Bernd Koller sie bei einer Versammlung der Schaumburger Ortsvereine bekannt gab.

Zwei Mitarbeiter der Niedersächsischen Landesaufnahmebehörde haben nach Worten von Koller gestern mit der Registrierung in der Prince Rupert School in Rinteln begonnen. Das bedeutet Koller zufolge für die Flüchtlinge, dass sich dann auch entscheiden wird, ob sie ein Bleiberecht haben oder abgeschoben werden. Außerdem könnten damit endlich Integrationsmaßnahmen wie Sprachunterricht und der Schulbesuch für Kinder beginnen.

Die Tafeln und Pflegeheime in Schaumburg waren weitere Themen bei der Versammlung. Die Kommunen seien aufgefordert worden, sich mit 30 Cent pro Einwohner an den vier Tafeln in Stadthagen, Rinteln, Bad Nenndorf und Obernkirchen zu beteiligen. „Dass machen derzeit nur sieben Gemeinden“, erklärte der Kreisverbandsvorsitzende. „Wir haben aber wesentlich mehr und wir fallen denen noch etwas auf den Wecker.“ Die bestehenden Tafeln könnten die Last nicht allein tragen: „Man kann nicht wegblenden, dass man selbst bedürftige Einwohner in den Orten hat.“

Auch die beiden Pflegeheime in Steinbergen sind nach Angaben des Kreisverbandsvorsitzenden ausgelastet. Besonders gut laufe die Tagespflege in Stadthagen. Sogar so gut, dass überlegt werden könne, noch eine weitere zu eröffnen. Laut Koller wurden Gespräche mit dem Landkreis geführt und es gäbe durchaus noch Orte, in denen sich das DRK engagieren könnte, zum Beispiel Hagenburg und Sachsenhagen. „Es könnte, so meint der Landkreis, in der Region eine Tagespflege aufgemacht werden“, erklärte der DRK-Chef, betonte allerdings, dass der Kreisverband nur eine Pflegestelle eröffne, wenn die Ortsverbände den Bedarf und eine erfolgreiche Umsetzung signalisieren. Das Gleiche gelte für das Auetal im Bereich Rehren und Obernkirchen.

Eine der Pflichtaufgaben des DRK sei derzeit jedoch die Flüchtlingshilfe. Eine Versorgung bei der Erstaufnahme der Asylsuchenden mit Kleidung, einem Bett, einem Dach über dem Kopf und mit einer warmen Mahlzeit. „Wir machen das ohne Ansehen der Person, einfach so, wie wir sind, helfen wir“, betonte Koller.

Auf Anfrage eines Mitglieds zum Thema Heizöllieferungen in die Prince Rupert School in Rinteln, erklärte Koller, dass für mehr als 60.000 Euro Öl gekauft worden sei und noch mehr getankt werden müsse. Grund dafür sei das andere Wärmeempfinden der meist aus südlicheren Ländern kommenden Menschen. „Die laufen mit dicken Jacken bei aufgedrehter Heizung durch das Gebäude, weil es ihnen hier einfach zu kalt ist“, erklärte Vizepräsidentin Elke Klos.

Als besonders positiv betrachtete Koller die Spendensammlungen. In kürzester Zeit seien mehr als 20.000 Euro, überwiegend aus den DRK-Ortsvereinen, zusammengekommen, freute sich der Vorsitzende. Von diesem Geld wurden unter anderem Strümpfe, Unterwäsche und andere Notwendigkeiten gekauft. Und ergänzte, dass durch die Hilfe alle Flüchtlinge sofort mit Kleidung versorgt werden konnten.

In diesem Zusammenhang erklärte Koller, dass Bürger die gebrauchten Möbel spenden möchten, sich nicht nur an die Schaumburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit (Siga) wenden können, sondern auch an die Schaumburger Beschäftigungs-GmbH in Nienstädt.

Thomas Hoffmann nutzte die Versammlung, um sich bei den Vertretern der DRK-Ortsvereine als neuer Geschäftsführer des Kreisverbandes vorzustellen. „Ich habe in den ersten Tagen schon festgestellt, dass es eine spannende, sehr harte Aufgabe wird,“ sagte der 43-jährige Nordsehler und ergänzte: „Das wird ein langer Weg, aber es ist motiviertes Personal dabei, deshalb glaube ich daran, dass es gut funktionieren wird.“

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