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Stadthagen Stadt Das Gesicht der Armut erkennen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Das Gesicht der Armut erkennen
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20:04 15.08.2011
Klaus Stannek (SoVD, von links), Heidemarie Hanauske (Awo) und Rudolf Krewer wollen vor der anstehenden Kommunalwahl das Thema Armut in den Fokus des Interesses rücken. © par

Stadthagen (par). Am Donnerstag, 25. August, wird Antje Richter-Kornweitz, seit zehn Jahren Fachreferentin bei der Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen und Akademie für Sozialmedizin, um 19.30 Uhr im Kulturzentrum „Alte Polizei“ zum Thema „Mageres Einkommen – dicke Probleme: Kindheit und Alter in Armut“ referieren. „Wir haben den Termin vor der Wahl bewusst gewählt“, erklärte Heidemarie Hanauske, Kreisgeschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Schaumburg. Armut ist ihrer Auffassung nach ein äußerst breit gefächerter Begriff.

„Wir wollen herausstellen, was sie mit den Menschen macht, die davon betroffen sind. Außerdem wollen wir natürlich Lösungen finden“, sagte sie.

Rudolf Krewer, Vorsitzender der Schaumburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit, bringt die Problematik der Kinder- und Jugendarmut in Deutschland auf den Punkt. „In Wohlstandsgesellschaften hat sie ein ganz anderes Gesicht. Hier hungern die Betroffenen nicht – stattdessen besteht die Gefahr der sozialen Ausgrenzung“, erklärte er. Insbesondere der Verlust des Selbstwertgefühls stehe dabei in einem engen Zusammenhang.

Auch Klaus Stannek, stellvertretender Vorsitzender des Sozialverbandes in Stadthagen, kennt die Tücken, die die Armut der Eltern mit sich bringt. Als langjähriges Vorstandsmitglied in einem Fußballverein weiß er, dass die Bezahlung des Mitgliedsbeitrags schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr ist. „Ich kenne Kinder, die mussten deswegen mit dem Vereinssport aufhören“, bedauerte er.

Sowohl Stannek und Hanauske als auch Krewer sprachen sich für eine sinnvolle Verteilung von Fördergeld aus, die neu überlegt werden müsse und am 25. August Gegenstand der Diskussion sein soll. „Auch viele ältere Menschen, insbesondere allein lebende Frauen, leben sehr bescheiden und sind aus diesem Grund nicht ausreichend integriert.“