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„Das Gesicht der Lebenshilfe“ geht

Stadthagen / Abschied „Das Gesicht der Lebenshilfe“ geht

Nach 38 Berufsjahren am Stadthäger Ostring ist Schluss: Manfred Seller (61), einer der beiden Geschäftsführer der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg Weserbergland (PLSW), ist am Donnerstag vor 120 geladenen Gästen in den Ruhestand verabschiedet worden.

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Freuen sich auf den Ruhestand: Manfred Seller und seine Ehefrau Evely, beide jahrzehntelang gemeinsam für die Lebenshilfe tätig.

Quelle: rg

Stadthagen (ssr). Der 61-Jährige sei „das Gesicht der Lebenshilfe“ gewesen, würdigte Landrat Jörg Farr in einem Grußwort. Seller, gelernter Kaufmann und studierter Sozialpädagoge, hatte 1974 als Paktikant an der Tagesbildungsstätte am Ostring begonnen. Erst 26 Jahre jung, avancierte er 1977 zu deren Leiter. Kurz danach wurde er zunächst ehrenamtlich, ab 1991 im Hauptberuf Geschäftsführer der Lebenshilfe Stadthagen e.V. sowie ab 2011 der fusionierten PLSW.

 Die Lebensleistung des frischgebackenen Ruheständlers brachte dessen jahrzehntelanger Weggefährte Gerd Mühlmeister, Chef des Verwaltungsrats der Lebenshilfe Stadthagen gGmbh, in seiner Laudatio auf einen Begriff: Seller habe einen kleinen, ehrenamtlich geprägten Verein zu einem großen hochprofessionellen Dienstleistungsunternehmen mit zuletzt 250 Mitarbeitern umgeformt.

 Mit „unerschöpflich dynamischen Tatendrang“ habe Seller die Erweiterungen der Lebenshilfe vorangetrieben: Zu sehen sei das heute unter anderem an sechs Kitas, einem Wohnheim, einigen Wohngruppen, der Frühförderung sowie etlichen ambulanten Diensten für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige, schilderte Mühlmeister auf.

 Eine lange Liste von zusätzlichen ehrenamtlichen Tätigkeiten Sellers zählte Cornelia Rundt, Chefin des PLSW-Verwaltungsrats, auf. „Unglaublich viel Kraft und Zeit, letztlich ein ganzes Lebenswerk,“ habe Seller haupt- und nebenamtlich in den Dienst von Menschen mit Behinderungen gestellt, würdigte Rundt. Dies habe er mit großem strategischen Geschick getan, fügte Mühlmeister hinzu. Obwohl ringsum mit dem Kopf geschüttelt worden sei, habe er von Anfang an Kostenträger, Verhandlungspartner und den Betriebsrat in den Verwaltumgsrat eingebunden. Durch die verbindliche Art Sellers sei dies Modell zu einem großen Erfolg geworden. Seller habe sich stets mit allen Mitarbeitern geduzt, erzählte Mühlmeister: „Nur eine sehr starke Persönlichkeit kann erfolgreich so einen Führungsstil praktizieren.“

 „Du warst immer da – für die Kollegen, die Behinderten und die Eltern“, brachte das Ute Gonsior, Vorsitzende des Lebenshilfe-Vorstands, auf den Punkt: „Wir alle konnten immer auf dich zählen.“ Seller habe „andere Menschen bewundernswert zum Mitmachen motiviert“, lobte Bürgermeister Bernd Hellmann.

 In seiner herzlichen Dankesrede präsentierte Seller auch die von ihm bekannte Selbstironie. Kostprobe: Er sehe deshalb „so blendend junggeblieben aus, weil für mich Arbeit in der Lebenshilfe eine Mischung aus Abenteuer- und Wellnessurlaub war.“

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