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Das Grauen des Krieges in Text und Musik

Stadhagen / Konzert Das Grauen des Krieges in Text und Musik

Mit dem Dreißigjährigen Krieg hat sich das „Concerto Ludovico“ beschäftigt. „Symphoniae Sacrae – Es steh Gott auf!“ lautete der Titel des eindrucksvollen Konzertes. In der St.-Martini-Kirche ist vorwiegend Musik und Texte aus dem 17. Jahrhundert, die das Elend des Krieges und die Kraft des Glaubens zum Inhalt hatten, erklungen.

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Das „Concerto Ludovico“ nimmt den begeisterten Applaus des Publikums entgegen.

Quelle: han

Stadthagen (han). Auf Kopien historischer Instrumente musizierten Gerd Schnackenberg, Andreas Neuhaus, Tural Ismayilov (alle Posaune) und Alexander Kolomiets (Dulcian), Gero Parmentier (Laute), Cathrin Schulze Dorfkönig (Orgel) sowie die Violinisten Amrai Große und Hanno Holm. Ergänzt wurden die Instrumentalisten von der Sopranistin Christine Süßmuth und dem Tenor Daniel Karrasch.

 

Die Kriegstexte, rezitiert von Karrasch, hatten es in sich. „Hier durch die Schanz und Stadt, rinnt allzeit frisches Blut“ hieß es in einem Sonett des Barockdichters Andreas Gryphius. Die Rede war von Blut, Leichen, geschändeten Jungfrauen, Feuer, Tod und Hungersnot. Noch beunruhigender, weil bar jeder Poesie, wirkten die schnörkellosen Worte aus einer Familienbibel des Jahres 1647. Die nüchterne Notiz schilderte knapp die Verwüstungen, den Hunger, aber auch das Vertrauen auf Gott. „Wir Leut leben wir die Tier, essen Rinden und Gras“, lautete eine lapidare Textstelle.

 

Die sakralen Klänge faszinierten auf Anhieb. Der Frühbarock war eine Zeit des Experimentierens, eine musikalische Rhetorik entwickelte sich, Gemütszustände und der Affektgehalt von Texten wurden durch musikalische Mittel zum Ausdruck gebracht. Das „Concerto Ludovico“ präsentierte eine Fülle musikalischer Juwelen wie zum Beispiel das kernige, von Percussion vorangetriebene „A la Battaglia“ von Isaac Heinrich. Ein intensives Zwiegespräch zwischen Violinen und Sopran erklang mit „Exultavit, cor meum“. Das ergreifende „Venite ad me“ von Heinrich Schütz ließ sicherlich niemanden kalt. Karraschs getragener Gesang wurde intensiviert durch die Einwürfe der Geigen.

 

Strahlend, geradezu fröhlich ertönte „Es steh Gott auf“, ebenfalls aus der Feder von Schütz. Mit Echos beantworteten die Violinen den Gesang von Süßmuth und Karrasch. Mit begeistertem Applaus dankte das Publikum für die ebenso perfekte wie inspirierte Musikdarbietung.

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