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Das Leben ist ungerecht – die Schule auch

Stadthagen / Vortrag Das Leben ist ungerecht – die Schule auch

Hat ein Migrationshintergrund negativen Einfluss auf die schulische Karriere? Um diese Frage zu beantworten, hat der multikulturelle Verein Schaumburger Mosaik den Bildungsforscher Kai Maaz von der Universität Potsdam in die „Alte Polizei“ eingeladen. Aufmerksam geworden waren die Mosaik-Mitglieder auf Maaz wegen dessen Mitarbeit an einer Studie mit dem Titel „Herkunft zensiert? Leistungsdiagnostik uns soziale Ungleichheit in der Schule“.

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Bildungsforscher Kai Maaz stellt in der „Alten Polizei“ die Ergebnisse seiner Arbeit vor.

Quelle: jcp

Landkreis (jcp). Der Potsdamer Professor legte den rund vierzig Zuhörern die Ergebnisse seiner Forschungen dar. Eine der Erkenntnisse lautete: „Die Annahme, dass Schüler mit Migrationshintergrund an der Übergangsschwelle von der Grundschule in die weiterführende Schule wegen ungerechter Notenvergabe benachteiligt werden könnten, wurde durch die Studie nicht bestätigt.“

Wesentlich bemerkenswerter, führte Maaz aus, sei der Grad, zu dem die soziale Herkunft Schülerkarrieren bestimmt. Lehrer, so Maaz, ließen sich vom Status der Eltern nachweisbar in ihrer Notenvergabe beeinflussen. Unter Umständen steckten dahinter sogar gut gemeinte Absichten.

Etwa, wenn ein Lehrer vermutet, ein Schüler könnte auf dem Gymnasium „ins Schlingern“ geraten und dann allein dastehen, weil die Eltern ihn nicht genügend unterstützen. Umgekehrt erhielten Kinder wohlhabender Eltern häufig Empfehlungen für das Gymnasium, die die Lehrer nach deren eigenen Angaben selbst nicht für gerechtfertigt halten.

Im anschließenden Gespräch mit den Zuhörern ging es schnell ins Grundsätzliche. So machte sich der stellvertretende Mosaik-Vorsitzende Richard Wilmers für die Abschaffung der Schulnoten stark, während andere einwarfen, dass es ohne ein Mehrklassen-Schulsystem gar keine Gelegenheit für Ungerechtigkeiten gäbe.

Referent Maaz bemerkte dazu, dass seiner Meinung nach die Zeit für eine vollständige Umkrempelung des bekannten Schulsystems noch nicht gekommen sei. Kurzfristiges Ziel sei es deshalb, die bestehende Ordnung so gerecht wie möglich zu machen.

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