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Das Leben nehmen, wie es kommt

Stadthagen / 100. Geburtstag Das Leben nehmen, wie es kommt

Dorothee Büsing, Johanna Häußler und Sophie Blohm feiern im Oktober ihren 100. Geburtstag im Josua-Stegmann-Heim in Stadthagen.

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Sophie Blohm (von links), Johanna Häußler und Dorothee Büsing.

Quelle: mak

Von Martina Koch

Stadthagen. Am morgigen Mittwoch reiht sich Dorothee Büsing in den Bund der Methusalem-Damen ein: Sie wurde am 29. Oktober 1914 in Stadthagen geboren und hat den Großteil ihres Lebens in der Kreisstadt verbracht. Sie wuchs als eines von sechs Kindern an der Straße St. Annen auf. „Unsere Eltern hatten einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Kühen, Schweinen und Hühnern“, erinnert sich Büsing.

Nachdem sie die Schule beendet hatte, arbeitete sie als Haushaltshilfe in Hannover. „Der jüngste Sohn der Familie, für die ich gearbeitet habe, hat mich oft nach Stadthagen begleitet, hier war er gern und fuhr mit meinem Bruder aufs Feld.“ Eigene Kinder bekam sie nicht, regelmäßigen Besuch bekommt sie heutzutage jedoch von ihrem Neffen, der ebenfalls in Stadthagen beheimatet ist.

Johanna Häußler feierte bereits am 3. Oktober ihren Ehrentag: Sie wurde als Jüngstes von sieben Kindern 1914 in Methler bei Dortmund geboren. „Aufgrund dieses Datums wurde ich ein Jahr später als normal eingeschult“, erinnert sich Häußler. Wäre sie im September geboren worden, hätte sie nicht so lange auf das warten müssen, was ihr Freude bereitete. „Wenn wir Ferien hatten, waren die meisten Kinder froh darüber, aber ich habe geweint“, sagt Häußler mit einem Lachen.

Ihr Mann Kurt war der Grund für ihren späteren Umzug an die Habichhorster Straße in Stadthagen. „Kurt war aufgrund seines Berufs als Redakteur und als ‚Der Mann mit der Zigarre und der Zeitung‘ bekannt“, verrät die Seniorin. Ein eigenes Kind blieb dem Paar verwehrt, was die Häußlers aber nicht von der Familiengründung abhielt. „Wir haben ein Kind bei uns aufgenommen“, sagt Häußler, die außerdem noch eine Nichte und mittlerweile auch zwei Urenkel hat.

Sophie Blohm hat ihren 100. Geburtstag neun Tage später als Johanna Häußler, am 12. Oktober, gefeiert. An ihr Heimatdorf Heemsen im Landkreis Nienburg erinnert sich Blohm gern zurück. „Es ist eine wunderschön gelegene Gegend und ich bin gerne dort gewesen“, sagt Blohm mit ein wenig Wehmut in der Stimme. Aufgewachsen ist die 100-Jährige in Verden an der Aller. Nach dem Abschluss der Berufsschule fand sie ihren Platz in der Maschinenbuchhaltung. „Ich habe das Leben stets so genommen, wie es kam und das tue ich auch heute noch“, erzählt die Seniorin. Zuletzt arbeitete sie für die Stadthäger Firma Krug Am Sonnenbrink.

„Meinen Mann habe ich leider sehr früh verloren“, sagt Blohm. Doch ihre Augen leuchten schnell wieder auf, als sie sich an die gemeinsamen Reisen mit ihm erinnert. „Wir haben viel gesehen, waren am Mittelmeer, in Ägypten, Gibraltar und sogar Norwegen haben wir gesehen.“

Reisen kann sie heute nicht mehr, aber trotzdem „muss immer etwas los sein, sonst bin ich schlecht drauf“, wie Blohm betont. Heute hält sie sich mit Singen, Gedächtnistraining und Spielenachmittagen fit. „Es ist ein Geschenk, das ich heute so bin, wie ich bin“.

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