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Stadthagen Stadt „Das ist Material das da nicht hingehört“
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt „Das ist Material das da nicht hingehört“
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00:16 30.01.2018
150 Tonnen belastetes Material soll die Firma Ahrens am Georgschacht deponiert haben. Quelle: rg
Stadthagen

„Das ist Material, das da nicht hingehört“, bestätigt Kreissprecher Klaus Heimann auf SN-Anfrage.

Aufgefallen war die Einlagerung nach Darstellung von Heimann bei einer routinemäßigen Kontrolle der Unteren Wasserbehörde im vergangenen September. Nach der Probenahme habe Ahrens das betreffende Material sofort wieder von der Halde abtransportiert, berichtet der Pressesprecher.

Bußgeld-Höhe steht noch nicht fest

Das Bußgeldverfahren laufe derzeit, erläutert Heimann. Die Firma sei aufgefordert, zu dem Vorwurf Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahme müsse dann rechtlich bewertet werden, um daraus entsprechende Konsequenzen zu ziehen. In welcher Höhe die Firma eventuell ein Bußgeld zahlen muss, wollte Heimann unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht beziffern.

„Damit hat sich unser im letzten Jahr öffentlich geäußerter Verdacht bestätigt, dass die Firma erneut belastetes Material auf der Halde abgeladen hat“, konstatiert Jürgen Burdorf, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Bürgerprotest Stadthäger Asphalt-Mischwerk“ (BI).

"Das war kein Versehen"

Die Firma habe das Material damals „ohne das Untersuchungsergebnis abzuwarten kurz nach der Probenahme wieder entfernt“, ergänzt BI-Vize Werner Schoch: „Deshalb vermuten wir, dass die Firma genau gewusst hat, dass sie verbotswidrig Bodenmaterial auf der Halde abgeladen hat.“ Schoch dazu weiter: „Jedenfalls glauben wir nicht, dass das Ganze ein Versehen war.“

Die Zweifel der BI an der Zuverlässigkeit dieser Firma sei durch diesen Vorteil erhärtet worden, fügt BI-Vorstandsmitglied Günter Hasemann hinzu: „Gerade erst im Juli 2017 hatte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg in zweiter Instanz eine Anordnung der Stadt Stadthagen bestätigt, wonach Ahrens etwa 11.800 Tonnen belasteten Bodenaushub von der halder wieder entfernen musste.“ BI-Vorsitzender Burdorf bemerkt abschließend, dass „aus unserer Sicht die notwendigen ständigen Kontrollen durch den Landkreis und die Stadt ohne zusätzliches Personal und finanziellen Aufwand kaum zu bewerkstelligen sind“.

Schriftverkehr in "juristischer Klärung"

Zum Vorgehen der Kreisverwaltung sagt ein Sprecher der Firma Ahrens: „Es gibt in dieser Sache einen Schriftverkehr zwischen dem Landkreis und der Firma Ahrens, der sich in der juristischen Klärung befindet.“

Bei den Äußerungen der Bürgerinitiative handele es sich „um haltlose Vorwürfe, die gezielt den Ruf der Firma Ahrens in Frage stellen sollen“. Es seien weder 150 Tonnen belastetes Bodenmaterial eingelagert noch unaufgefordert abgefahren worden, versichert der Firmensprecher.

Auf der Halde gebe es seit der Übernahme durch Ahrens „ein erweitertes Qualitätssicherungskonzept, bei dem alle ein- und ausgehenden Stoffe lückenlos dokumentiert und untersucht werden“. Die Halde werde turnusmäßig jedes halbe Jahr durch Landkreis und Stadt kontrolliert. Ahrens „zu unterstellen, hier sei vorsätzlich illegal Boden abgelagert worden, entbehrt jeder Grundlage“, so der Sprecher. ssr