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Das waren noch Zeiten!

Kneipenszene Stadthagen Das waren noch Zeiten!

Cosinus und Kupferkanne, Töff Töff und Lord Heinrich – diese und weitere Namen sind älteren Stadthägern ein Begriff, sofern sie in ihrer Jugend die damaligen Diskotheken und In-Kneipen der Stadt frequentiert haben. Die SN haben in die Historie geschaut: Welche Betriebe gibt es noch, welche nicht?

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In den sechziger und siebziger Jahren bommten die Diskotheken in Stadthagen.

Quelle: pr.

Stadthagen. Einige Betriebe gibt es nicht mehr, andere haben Namen und Konzept geändert. Die SN haben in die Kneipenhistorie geschaut und nach Zukunftskonzepten gefragt.

Ohne Kneipen kam schon vor Jahrhunderten kein Ort aus. Jedes Dorf hatte mindestens eine Gastwirtschaft, oft gleich neben der Kirche. In Zeiten vor Erfindung des Fernsehens waren sie unverzichtbarer sozialer Treffpunkt, Versorger und einzige Möglichkeit zum Ausrichten für Tanz und Trubel, Beerdingungsfeier und Hochzeit.

In den Diskotheken traf sich die Jugend

In den sechziger und siebziger Jahren fasste eine neue Generation Kneipe Fuß. Jetzt gab es Diskotheken. Hier wurden von einem Diskjockey Platten aufgelegt, hier traf sich die Jugend. In Stadthagen war das Cosinus (es firmierte auch unter Happy Day, Manhatten, Uptown) an der Obernstraße „in“. In Wendthagen der Tannenhof, später Panorama. Angesagte Treffs waren die Kupferkanne und das Lord Heinrich, das seit 1978 als Kanapee an der Niedernstraße ein Begriff ist. Nach Probsthagen fuhren die Jugendlichen in den Scotch-Club, später Domino.

Die große Liebe kennengelernt

Alexandra Marraffino erinnert sich noch genau an das Manhatten, an die Tanzfläche und den kleinen Tresen, die Disco-Kugel, an Musik von Eros Ramazzotti und Funk und Soul vom Plattenteller. Norbert Kosse legte hier Musik auf. In der Disko lernte die Mindenerin ihre große Liebe kennen: Francesco. Und darum will sie hier jetzt auch ihre Silberhochzeit feiern – nein, nicht in der Disko. Die gibt es nicht mehr. Längst hat Antonio Corica in den ehemaligen Räumen des Manhatten ein Restaurant eröffnet und gleich auch die ehemalige Bistro-Kneipe „Vis a vis“ einbezogen.

Ende der achtziger und in den neunziger Jahren ging die Disco-Szene in Stadthagen zu Ende. Auch das Töff Töff an der Oberntorstraße schloss, ein eher gediegenes Tanzlokal, wo zu Schlagern der BeeGees und Marianne Rosenberg geschwoft wurde. Ein griechisches Lokal eröffnete in den Räumen, ist aber längst an die Enzer Straße umgezogen. Das Haus an der Oberntorstraße abgerissen. 1989 war für das Panorama in Wendthagen ebenfalls Schluss.

Die Diskos auf dem Dorf hatten ausgedient. Corica schätzt, dass Großraumdiskotheken in größeren Städten das Publikum abzogen. Vielleicht war der Trend auch vorbei. Heute firmiert in Stadthagen einzig „Heines Deele“ an der Nordsehler Straße noch als Tanzlokal.

Wirte müssen sich ins Zeug legen

Kneipen gibt es nach wie vor aktuell in Stadthagen. Allerdings müssen sich die Wirte ins Zeug legen, um ihren Gästen etwas zu bieten. Gut gefüllt sind die Lokale nur noch am Wochenende. Vor 20 Jahren sei der Kneipenbesuch konstanter gewesen. „Auch in der Woche war überall was los“, sagt Heinz Klussmann, Inhaber des Kanapee an der Niedernstraße. Klussmann setzt auf Events mit Livemusik.

Im Dudelsack (Echternstraße) ist ein großer Anbau für Raucher entstanden und zwei Bildschirme übertragen Sport über den Bezahlsender Sky. Das ist nicht billig für die Inhaber. Hell und im Bistro-Stil hat Ugur Tarak das Paradise gestaltet, Cocktails sind hier die Spezialität, und es gibt im Sommer einen Biergarten und Liegestühle. Mit einem Angebot an Billard, Kicker und Dart hofft Jennifer-Daniela Werb im Meeting an der Krummen Straße viele Altersschichten anzusprechen.

Ob mit Fernsehen, Spielen, Livemusik oder Raucherraum: Die Menschen in der Woche runter vom Sofa und rein in Innenstadt zu bekommen, wird schwieriger. Einen Grund sieht Heinz Klussmann in der digitalen Kommunikation: „Es gibt heute viel mehr Kontakte, ohne dass man sich sehen muss.“

Wer aus der Schaumburger Disko-Szene der siebziger und achtziger Jahre Fotos hat, kann sie gern den Schaumburger Nachrichten mailen oder einreichen: sn@madsack.de. sk

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