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Davor wurde im Kinosaal gepredigt

60 Jahre Kirche Wendthagen Davor wurde im Kinosaal gepredigt

Ein Fest nach Maß für die Rogate-Kirche in Wendthagen: Dazu hat der strahlend blaue Himmel eines goldenen Oktobertages gehört sowie ein Erntedankfest mit Gottesdienst und einer festlich gestimmten Gemeinde.

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Die Gemeinde erhebt sich, als die prächtig geschmückte Erntekrone in die Rogate-Kirche gebracht wird. rg

Stadthagen. Vor 60 Jahren wurde der Grundstein der Kirche am stürmischen Rogate-Sonntag des 15. Mai 1955 in Anwesenheit des damaligen Landesbischofs Wilhelm Henke gelegt. Rogate bezeichnet historisch Bittprozessionen für eine gute Ernte.

Hans-Hermann Lampe vom Verkehrsverein Ehlen-Wendthagen stellte in einem kurzen Abriss die Gründungsgeschichte der Kirche vor. Es dauerte einige Jahrzehnte, bis der Wunsch nach einer eigenen Kirche realisiert werden konnte. Insbesondere die wachsende Einwohnerzahl Sülbecks nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkte den seelsorgerischen Bedarf und einen Kirchenbau. Anfangs fanden Gottesdienste noch im Kinosaal des Alten Krugs statt, später im dann errichteten Gemeindehaus, bevor nach finanziellerSicherstellung der Kirchenbau mit Unterstützung von Hand- und Spanndiensten und durch Haussammlungen möglich wurde.

Als gestern die prachtvoll geschmückte Erntekrone in die Kirche getragen wurde, erhoben sich die Gottesdienstbesucher, um der Erinnerung an die Gründung ihrer Kirche Nachdruck zu verleihen. In seiner Predigt aktualisierte Pastor Michael Bürger das Gleichnis des reichen Kornbauern aus Lukas 12, indem er auf die Maßlosigkeit und Gier eines Autobauers hinwies, dessen „Seele ein böser Geist“ ergriffen habe. Moral, Gewissen und Verantwortung seien auf der Strecke geblieben und das richtige Maß sei verloren gegangen. Schätze und Reichtum zu sammeln, sei „närrisch“, weil sie „unsere Seele vergiften“.

Bürger wies auf die christliche Grundprägung der Gesellschaft hin, die darin bestehe, Nächstenliebe zu üben und zu danken. Die Botschaft der Versöhnung, die Jesus uns nahelegt, sei trotz aller Unterschiede und Unstimmigkeiten „das Fundament unserer Existenz“.
Die Verbundenheit der Menschen werde sichtbar und erlebbar im Glauben an den Schöpfer. Dies zeige sich aktuell an der Hilfsbereitschaft vieler Menschen, die sich bis an der Grenze ihrer Belastbarkeit für die Nöte der Flüchtlinge einsetzten.

Nach dem Gottesdienst konnten die Besucher bei Kaffee und Kuchen plaudern, Kinder fanden Gelegenheit zu Spiel und Spaß. Eine Gemeindewette forderte den Pastor zum Treckerfahren heraus. Allerdings ging der Kelch wohl an ihm vorüber. Die zahlreichen Trecker, zum Beispiel vom Apelner Trecker-Club und aus der Samtgemeinde Nenndorf, etliche mit Baujahr 1955, unterstrichen die Verbundenheit der bäuerlichen Bevölkerung mit der Kirchengemeinde.

Gefragt nach einem Wunsch für die Zukunft von Rogate-Kirche und Gemeinde, antwortete Pastor Bürger: „Fröhliches Gottvertrauen“, was so viel bedeute wie: „Seht nicht weg. Packt die Probleme der Zukunft an. Gottes Unterstützung ist euch sicher. Und seid dankbar dafür!“ toe

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