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Dealerin kommt zu schlecht weg

Stadthagen / Dealerin verurteilt Dealerin kommt zu schlecht weg

Ihren ersten Joint hat eine Stadthägerin (24) als Neunjährige geraucht. Im Alter von zwölf Jahren kamen andere Drogen hinzu. Mit 15 ließ sie die Finger von all dem Zeug. Dann lernte die junge Mutter einen Mann kennen und zog mit ihm zusammen. „Nach jahrelanger Abstinenz rutschte sie wieder in den Sumpf“, erzählt Richterin Birgit Brüninghaus, Vorsitzende der 1. Großen Jugendkammer am Bückeburger Landgericht, die Geschichte weiter.

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Berufungsgericht wandelt 15-monatige Bewährungsstrafe in Geldauflage von 1000 Euro um. pr.

Stadthagen/Bückeburg (ly). Polizei und Staatsanwaltschaft blieb dies nicht verborgen. Im Februar verurteilte das Amtsgericht in Stadthagen die Dealerin wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels mit Marihuana zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten, ausgesetzt zur Bewährung. Gegen das Urteil legte die Angeklagte Berufung ein, unterstützt von ihrem Verteidiger Stephan Maiß. In diesem Fall war das die richtige Entscheidung. „Sie ist zu schlecht weggekommen“, stellt Richterin Brüninghaus fest. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein: Die Berufungskammer beließ es bei einer Geldauflage von 1000 Euro.
In sechs Fällen hatte die Stadthägerin mit ihrem Lebensgefährten vom Arbeitslosengeld jeweils 50 bis 80 Gramm Marihuana gekauft, um einen Teil davon gewinnbringend an feste Abnehmer zu veräußern. Für sich selbst brauchten beide etwa drei Gramm pro Tag. Im Einkauf kostete das „Gras“ zwischen sechs und acht Euro pro Gramm, im Verkauf brachte es zehn.
Mit Grausen erinnert sich die Angeklagte an einen Morgen vor drei Jahren, als Polizisten in aller Frühe zur Hausdurchsuchung auf der Matte standen. „Bis heute ist das ein Albtraum“, berichtet die 24-Jährige, deren Kind mit in der Wohnung war. Auf der anderen Seite könnte es ein heilsamer Schock gewesen sein. Denn: „An dem Tag habe ich noch geraucht, am nächsten auch – und dann nicht mehr.“
Für das vergleichsweise moderate Urteil gibt es mehrere Gründe. So wurde die 24-Jährige, die zwischenzeitlich einen festen Job und einen anderen Partner hat, in einem von zunächst sieben Punkten freigesprochen. Vor allem aber hat das Berufungsgericht nach dem vergleichsweise moderaten Jugendrecht entschieden. Den Schwerpunkt der Taten sieht die Kammer nämlich zu jener Zeit, als die kriminelle Energie entstanden sei. Und da war die Angeklagte noch Heranwachsende. „Die Hemmschwelle sinkt von Tag zu Tag“, erklärt Brüninghaus. Der erstinstanzliche Richter hatte dagegen das härtere allgemeine Strafrecht für Erwachsene angewandt, weil die Stadthägerin bei der Mehrzahl der Taten bereits 21 Jahre alt war.
Zugunsten der Angeklagten geht das Berufungsgericht zudem davon aus, dass diese von ihrem sechs Jahre älteren Lebensgefährten beeinflusst worden ist. Sie selbst legt Wert auf die Feststellung: „Ich habe nie selbst etwas verkauft, sondern lediglich Telefonate geführt.“ Warum sie anrufen musste, nicht ihr Freund? „Er kannte das wohl schon, dass man von der Polizei abgehört wird“, vermutet die 24-Jährige. Der Mann war bereits zuvor rechtskräftig verurteilt worden.

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