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Dem Himmel so nah

Konzert in St.-Martini-Kirche Dem Himmel so nah

Wie wurde am Hof von Fürst Ernst von Holstein-Schaumburg musiziert? Die Antwort auf diese Frage hat das Johann-Rosenmüller-Ensemble am Sonnabend in der St.-Martini-Kirche gegeben. Während des Kammerkonzertes informierten die Musiker ihre Zuhörer über die vielseitigen historischen Instrumente, die im 16. und 17. Jahrhundert am Bückeburger Hof erklungen sind. Veranstalter des Abends war der Verein „Renaissance Stadthagen“.

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Feierlich eröffnen alle Mitwirkenden des Johann-Rosenmüller-Ensembles und das Vokalensemble gemeinsam den Abend.

Quelle: rj

Stadthagen (rj). Motiv für das mit dem Motto „Wenn Engel musizieren“ überschriebene Konzert waren die Deckenfresken im Stadthäger Mausoleum. In der Kuppel des Renaissance-Bauwerks sind 14 Engel dargestellt, die auf historischen Instrumenten spielen. Zink, Dulzian, Viola da Gamba, Harfe, Laute und Chitarrone waren damals am Hof der Fürsten von Holstein-Schaumburg üblich, sind aber heute teilweise kaum mehr bekannt.
Arno Paduch, Gründer und Leiter des Johann-Rosenmüller-Ensembles, stellte die originalgetreuen Nachbildungen der historischen Instrumente vor. Die klangliche Demonstration und die geschichtlichen Hintergründe gaben erste Eindrücke und machten nicht nur optisch neugierig auf das Konzert. Die 17 facettenreichen Werke der Renaissance-Musik hätten so auch am Hof erklingen können, zumal fast alle der in St. Martini aufgeführten elf Komponisten dort direkt wirkten. Zusätzlich zur kammermusikalischen Instrumentalmusik erklangen auch solistisch und vielchörig besetzte Stücke.
Feierlich eröffneten alle Mitwirkenden des Johann-Rosenmüller-Ensembles und das Vokalensemble gemeinsam den Abend mit dem Psalm „Der Herr sprach zu meinem Herren“ von Heinrich Schütz unter der Leitung von Kantor Christian Richter. Der Wechsel von Chor und Solisten wurde durch die getragenen Töne von Zinken und Posaunen unterstützt, und das besondere Klangbild dieser Epoche entfaltete sich im Kirchenraum.
Kontrastreich dazu wirkten die Instrumentalstücke „Fuga a 4“ von Matthias Mercker für zwei Posaunen und zwei Zinken und die „Aria di Sarabanda“ von Alessandro Piccinini für zwei Lauten. Weich und gläsern die Bläser, filigran die Saiteninstrumente, zeigten die Musiker ihre solistische Meisterschaft auf diesen empfindlichen und anspruchsvollen Instrumenten. In ständig wechselnden Besetzungen der Interpreten wurde in den folgenden Darbietungen eine variantenreiche Klangbreite entwickelt, die immer neue Hörerfahrungen bot.
Bei dem Psalm „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ von Schütz mischten sich die acht Solosänger unter das Vokalensemble, was eine Verschmelzung der Stimmen in der polyphonen Gestaltung ermöglichte. Zwiesprachen von Instrumenten und Solostimmen gelangen in Werken wie „Herr, unser Herrscher“ von Caspar Textor und „O quam tu pulchra es“ von Alessandro Grandi. Ein Höhepunkt bildete der Hymnus „Herr Gott, dich loben wir“ von Michael Praetorius. Das vielstimmige Chor- und Instrumentalwerk steigerte sich zu einem innigen Flehen und wurde von allen Musizierenden ergreifend dargeboten.

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