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„Den Letzten beißen die Hunde“

Interview „Den Letzten beißen die Hunde“

In den vergangenen Wochen ist in der Region wiederholt Falschgeld aufgetaucht. Die Schaumburger Nachrichten haben darüber mit Henning Wulfers von der Polizeidirektion Hannover gesprochen. Er ist dort einer von vier ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet, arbeitet bei der Ermittlung von Falschgelddelikten eng mit dem Landeskriminalamt Niedersachsen zusammen.

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Stadthagen. Herr Wulfers, offenkundig häufen sich in jüngster Zeit die Falschgeld-Fälle. Wie verbreitet ist das Problem?
Nach Jahren rückläufigen Falschgeldaufkommens ist eine Trendumkehr mit deutlich steigenden Fallzahlen erkennbar. Erste Analysen deuten für Niedersachsen auf einen Anstieg von mehr als 50 Prozent hin. Hauptsächlich werden die Nennwerte 20 und 50 Euro als Falschgeld verbreitet. Sie machen immerhin rund drei Viertel des Falschgeldaufkommens aus. Münzen spielen seit mehreren Jahren eine nur noch untergeordnete Rolle und nehmen einen Anteil von gerade mal rund fünf Prozent ein.
Ist bekannt, von wo das meiste Falschgeld zu uns kommt?
Das Falschgeld in Deutschland stammt in aller Regel aus Süd- und Osteuropa.

Falschgeld wird umgangssprachlich oft als Blüten bezeichnet. Woher kommt eigentlich dieser Begriff?
Umgangssprachlich sind Blüten Falschgeld, nicht jedoch im polizeilichen Amtsdeutsch. Hier sind Blüten unter anderem Spielgeld oder Jux-Scheine mit Werbeaufdrucken und Wertzahlaufdrucken, die es so nicht gibt – beispielsweise ein 300-Euro-Schein. Nach Willen des Herstellers sollen diese Scheine auch gar nicht als Zahlungsmittel verwendet werden. Bei Falschgeld sprechen wir dagegen üblicherweise von Falsifikaten, auch wenn der umgangssprachliche Begriff der „Blüte“ benutzt wird.
Wie können sich Verbraucher am besten vor Falschgeld schützen?
Das Erkennen von Falschgeld ist kein Hexenwerk. Jeder kann sich diese Fähigkeit schnell aneignen. Falschgeld sieht lediglich auf dem ersten Blick echt aus. Aber im Detail ahmen die Fälscher vorhandene Sicherheitsmerkmale selten oder nur nachlässig nach. Daher wird jedem Bargeldnutzer dringend empfohlen, sich mit den für jedermann überprüfbaren Sicherheitsmerkmalen vertraut zu machen.
Prüfungsmerkmale zum Beispiel sind:
• das Folienelement (Hologramm)
• das Durchsichtregister, das heißt die unvollständige Wertzahl auf der Vorderseite oben links und der Farbwechsel der Wertzahl auf der Rückseite der Euronoten 50, 100, 200 und 500.
• der Glanzperlstreifen auf der Rückseite der 5-, 10- und 20-Euro-Scheine.
• die Papierbeschaffenheit, also die Festigkeit und Stärke.
• die fühlbaren Reliefs auf der Vorderseite der Scheine.
Wenn man Opfer von Falschgeld-Betrügern wird: Wer ersetzt den Schaden?
Wer die Sicherheitstipps oben beherzigt, kann auf denkbar einfache Weise verhindern, auf einem Schaden sitzen zu bleiben. Denn in der Tat „beißen den Letzten die Hunde“. Durch Falschgeld entstandener Schaden wird nicht ersetzt. Opfer sollten sich aber hüten, zu spät erkanntes Falschgeld wissentlich weiterzugeben. Das kann teuer werden. Dieses sogenannte Abschieben von Falschgeld wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet. Es ist keinesfalls ein  Kavaliersdelikt.

Interview: Marc Fügmann

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