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Der Fall, der „hoffentlich niemals eintritt“

Stadthagen / Prävention Der Fall, der „hoffentlich niemals eintritt“

Drei Jahre sind ins Schaumburger Land gezogen, seit der 17-jährige Tim Kretschmer an der Albertville-Realschule in der Umgebung von Winnenden 15 Menschen und sich selbst tötete. Die Gefahr durch einen amoklaufenden Schüler war damals schlagartig ins Bewusstsein der Schulvertreter und der Polizei im Landkreis gedrungen.

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Axel Bergmann mit dem Orientierungsplan einer Schule.

Quelle: rg

Stadthagen (jcp). In einem SN-Artikel mit dem Titel „Schulen verfeinern ihre Pläne für den Ernstfall“ ging es kurz danach unter anderem um die Notwendigkeit von Präventionsarbeit und darum, dass der Stadthäger Polizei Orientierungspläne aller Schulen vorliegen müssten. Anlässlich des dritten Jahrestages des Unglücks erklärt Polizei-Pressesprecher Axel Bergmann, was sich seitdem geändert hat.

Über den konkreten Maßnahmenkatalog möchte er zwar nicht sprechen, um potenziellen Gewalttätern keine Gelegenheit zur „Vorbereitung“ ihrer Tat zu geben. Aber, so versichert Bergmann: Es gibt ihn, diesen Maßnahmenkatalog. Außerdem lägen die Pläne aller Stadthäger Schulen der Polizei inzwischen vor. Das spart im Ernstfall wertvolle Zeit, da die Beamten sich zum Beispiel eine Karte mit der Innenarchitektur der Schule Am Schlosspark vor drei Jahren erst bei der Landkreis-Verwaltung hätten besorgen müssen.

Bergmann fungiert außerdem als Präventionsexperte der Polizei, der den regelmäßigen Kontakt zu den Schulen pflegt. „Es stimmt sicher, dass die Intensität, mit der das Thema angegangen wird, mit wachsendem zeitlichen Abstand zu diesem schrecklichen Ereignis nachlässt“, sagt der Polizeisprecher. Man habe aber aus Winnenden gelernt und fühle sich vorbereitet für den Fall, „der hoffentlich niemals eintritt“.

Jährliche Besprechungen

Um im Falle eines Amoklaufs gut gerüstet zu sein, treffen sich Lehrer der Integrierten Gesamtschule Schaumburg immer zu Beginn des Schuljahres zu einer Dienstbesprechung, bei der das Verhalten im Ernstfall besprochen wird.
Ein eingerichteter Notfallplan, der besagt, dass die Lehrer im Fall eines Amoklaufs die Klassenräume verriegeln und warten, bis eine Durchsage zur Entwarnung ertönt, wird einmal jährlich besprochen und hängt im Lehrerzimmer aus, berichtet der stellvertretende Schulleiter Ernst-Peter Blatt.  jw

 

Schülerversammlung einberufen

Am Ratsgymnasium haben sich nach dem Amoklauf in Winnenden alle Schüler zu einer großen Versammlung eingefunden, in der mit der Polizei und einem Schulpsychologen über den Vorfall und die Gefahren an der eigenen Schule gesprochen und diskutiert wurde. Auch ein Arbeitskreis für solche Notfälle ist gegründet worden, berichtet Schulleiter Heinrich Frommeyer.
Das RGS ist zudem die einzige Schule, die Übungen zum Amoklauf durchführt. Klassenweise, ohne echte Durchsage, wird einmal jährlich der Ernstfall geprobt.  jw

 

Sicherheitskonzept ausgedehnt

Am Wilhelm-Busch-Gymnasium sind direkt nach dem Vorfall in Winnenden einige Änderungen im Sicherheitskonzept vorgenommen worden. „Es gibt jetzt zwei zentrale Meldeanlagen beim Hausmeister und im Sekretariat, die im Notfall einen Amoklauf signalisieren“, so Schulleiter Heiko Knechtel. Vor Kurzem hat Knechtel auch an einer Schulung zum Thema psychologische Betreuung teilgenommen. „Wir sind zwar recht gut aufgestellt für den Ernstfall. Trotzdem ist ein Amoklauf völlig unberechenbar – und wir hoffen, dass wir so etwas nicht erleben müssen“, so Knechtel. jw

 

Kontakt zur Polizei intensiviert

Die Schule Am Schlosspark verkündete kurz nach dem Amoklauf, dass in Zukunft ein Notfallplan errichtet werden soll und der Kontakt zur Polizei intensiviert werde. All das sei mittlerweile eingetreten, berichtet Schulleiterin Rotraud Becker. Ein Präventionsbeauftragter hat kurz nach dem Vorfall mit allen Lehrern Übungen zum Thema Amok durchgeführt, und im Notfallplan stehen konkrete Verhaltensregeln für die Lehrkräfte im Ernstfall. „Wenn die Durchsage ertönt, dass ein Amokläufer im Gebäude ist, verriegeln die Lehrer sofort die Klassenräume“, so Becker. jw

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