Stadthagen (kle). Wegen des fehlenden Schnees sei schon beim ersten Frost in diesem Jahr der Boden rasch zugefroren, berichtet Lutz Trebeß, Friedhofsmeister des Stadthäger Friedhofs. 40 Zentimeter tief war die Frostschicht noch vergangene Woche, und selbst jetzt „sind es locker noch 30 Zentimeter“, so Trebeß. Dass die Temperaturen inzwischen nicht mehr bei minus 15 Grad liegen, macht die Arbeit an der frischen Luft zwar ein wenig angenehmer. Damit der Boden richtig auftaut, braucht es aber schon ein bisschen mehr, weiß Trebeß. „Viel hat sich da noch nicht bewegt. Oberflächlich ist es zwar aufgetaut – aber von frostfrei keine Spur.“ Erst wenn es auch nachts wieder regelmäßig Plusgrade und tagsüber um die zehn bis zwölf Grad gebe, verschwinde der Frost endgültig aus dem Boden, „aber selbst dann kann das noch eine Woche dauern“.
Während den einen der Frost in diesen Tagen allenfalls lästig ist, hält er für die fünf Arbeiter auf dem St.-Martini-Friedhof einige Tücken parat. Etwa vier Stunden länger als sonst kann es im Winter dauern, bis ein Grab ausgehoben ist, sagt Trebeß. „Schon ab zehn Zentimetern Frost wird es problematisch, dann kommt man mit dem Bagger schon nicht mehr durch.“ Um des steinharten Erdbodens Herr werden zu können, müssen die Mitarbeiter mit einem sogenannten Elektrohammer anrücken. Mithilfe dieses Geräts, das einem Presslufthammer mit Spatenaufsatz ähnlich sieht, wird erst der Boden an den Rändern des künftigen Grabes „aufgemeißelt“, bis er mit dem Bagger herausgeholt werden kann. Manchmal sei es am Tag einer Beerdigung auch schon vorgekommen, dass die Erde in den nebenstehenden Behältern zu einem dicken Klumpen festgefroren sei. Und trotzdem: „Bislang mussten wir auch noch nie eine Beerdigung wegen Frost und Winter ausfallen lassen.“
Einen Vorteil hat der Winter für die Friedhofsmitarbeiter jedoch, sagt Trebeß: Da auf den Gräbern zu dieser Jahreszeit keine frischen Blumen stehen, gebe es viel weniger Probleme wegen herabfallender Äste beim Winterschnitt.
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