Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Der Glücks-Cent darf weiter rollen

Kein Auf- und Abrunden Der Glücks-Cent darf weiter rollen

Wer kennt das nicht? Das Kleingeldfach der Geldbörse ist rappelvoll: Will man das Kleingeld dann loswerden und zahlt mit einer Handvoll kleinen Geldstücken, rümpft der Ladenbesitzer auch schon mal die Nase. Doch bei Stadthäger Händlern kommt die Idee, auf die ein und zwei Cent-Münzen zu verzichten, nicht gut an.

Voriger Artikel
Musterwohnung für Senioren
Nächster Artikel
Erstmals zu Gast auf dem Marktplatz

Das Kleingeld bleibt den Stadthägern erhalten.

Quelle: Symbolfoto (dpa)

Stadthagen. Vor einem Jahr hatte die Stadt Kleve am Niederrhein in Nordrhein-Westfalen das Experiment gestartet, beim Einkaufen auf die ein und zwei Cent-Münzen zu verzichten. Günter Raabe, Vorsitzender des Stadtmarketings Stadthagen (SMS) hat dieser Gedanke durchaus gefallen. „Als das damals in Kleve bekannt wurde, habe ich das auch grob für Stadthagen angeregt und bei den Händlern nachgefragt, was sie von diesem Konzept halten“, sagt Raabe.

Idee nicht weiter verfolgt

Doch für das Auf- und Abrunden der Kaufbeträge hatten sich damals nur wenige Einzelhändler erwärmen können. Aus diesem Grund habe er diese Idee auch nicht weiter verfolgt. Schließlich sei ein großer Aufwand damit verbunden, um das Konzept bekannt zu machen und die Kunden zu informieren. Ansonsten sei es nicht unwahrscheinlich, dass die Kunden nach dem Bezahlenauf ihr restliches Wechselgeld warten und sich beschweren, wenn es gerundet ist.

Praktische Umsetzung schwierig

Da auch in Kleve das Experiment nicht wirklich geglückt ist und mittlerweile auch dort die kupferfarbenen Münzen wieder in der niederrheinischen Kleinstadt über die Ladentheke rollen, kann sich Raabe nicht vorstellen, dass sich dieses Vorhaben in Stadthagen umsetzen ließe. Die praktische Umsetzung sei einfach schwierig und die Verwirrung am Anfang sicher größer als ihr Nutzen. Vor allem größere Ketten können und wollen nicht an der Umsetzung des Anti-Kleingeld-Konzepts teilnehmen. Es scheitere an den technischen Voraussetzungen, weil ihre Kassensysteme nicht dementsprechend programmiert seien. Hinzu käme, dass nicht jedes Geschäft mit krummen Beträgen arbeite.

Wer als Kunde mit dem Runden nicht einverstanden ist, hat einen Anspruch darauf, sein Rückgeld auf den Cent genau herauszubekommen – so ist es in Kleve der Fall. Aus diesem Grund müssen die Einzelhändler immer auch kleine Münzen parat haben.

Ein guter PR-Gag

Trotz aller Einwände und Bedenken hält Raabe einige Grundgedanken für richtig, schließlich können die Zahlvorgänge so erleichtert werden. Auch wenn das Experiment in Kleve nicht geglückt ist, gratuliert er der Stadt für den gelungenen Coup, auf sich aufmerksam zu machen: „Das war auf jeden Fall ein richtig guter PR-Gag“, schmunzelt der SMS-Vorsitzende. „Wir werden jedoch die Finger davon lassen.“ jemi

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr