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Der Meister geht auf die Knie

Wilhelm-Busch-Preis Der Meister geht auf die Knie

Was für ein Abend: Die Verleihung des von der Schaumburger Landschaft, der Sparkasse Schaumburg und den Schaumburger Nachrichten gestifteten Wilhelm-Busch-Preises hat nicht nur den diesjährigen Preisträger Hans Traxler gewürdigt, sondern darüber hinaus das Publikum grandios unterhalten.

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Hans Traxler (Mitte) ist mit dem Wilhelm-Busch-Preis ausgezeichnet worden. Preisträger des Hans-Huckebein-Preises sind Roland Kielmann (von rechts), Reiner Koch, Arno Meiser und Volker Henning. rg

Stadthagen..  Hauptzutaten der von Arne Voigts moderierten Gala gestern Abend im Stadthäger Ratskeller: herrlich pointierte Musik des Huub Dutch Duos, feinsinnige Dichtkunst voll rabenschwarzem Humor und nicht zuletzt die charmante Bescheidenheit Traxlers.

Bevor der mit 10 000 Euro dotierte Hauptpreis überreicht werden konnte, standen die vier mit dem Hans-Huckebein-Preis ausgezeichneten „Freizeit-Dichter“ im Mittelpunkt. Rezitator und Jurymitglied Frank Suchland ehrte zunächst Volker Henning, Reiner Koch und Arno Meiser jeweils mit einem zweiten Preis. Der erste Preis ging an Roland Kielmann. Sein Werk „Erben, Sterben, Spaß verderben“ sei ein „unwiderstehlich geistreiches und witziges Gedicht“, das lange im Gedächtnis bleibe.

Der Wilhelm-Busch-Preis

Alle zwei Jahre verleihen die Schaumburger Landschaft, die Sparkasse Schaumburg und die Schaumburger Nachrichten den mit 10 000 Euro dotierten Wilhelm-Busch-Preis. Er soll an den Schriftsteller Busch erinnern und Menschen würdigen, die sich im Geiste Wilhelm Buschs um das humoristische Schreiben und die satirische Sprachkunst verdient gemacht haben. Preisträger der vergangenen Jahre waren Robert Gernhard (2006), Loriot (2007), Fritz Weigle alias F.W. Bernstein (2009), Ernst Kahl (2011) und Franziska Becker (2013). Der Hans-Huckebein-Preis wird seit zwei Jahren an Nachwuchsdichter verliehen. Die vormals als Wilhelm-Busch-Förderpreis vergebene Auszeichnung ist mit 2500 Euro dotiert. kcg

Dann ehrte Laudatorin Antje Kunstmann den in Frankfurt lebenden Maler, Cartoonisten, Illustratoren und Kinderbuchautoren Traxler in ihrer – Zitat Traxler – „angenehm dezenten Lobpreisung“ als „Meister der komischen Kunst“. Seine Bildergeschichten, Reime und Zeichnungen würden ihren Betrachtern große Freude, Lachen und Befreiung schenken und sich gleichzeitig gegen die „ideologische Verknöcherung aller Ismen“ wehren. Seine Werke hätten den Zeitgeist eingefangen, wie nur wenig andere. „Das macht Traxler niemand nach“, betonte die Verlegerin und enge Freundin des 86-Jährigen bewegt.

Traxler selbst verlor sich nach der Übergabe des Wilhelm-Busch-Preises nicht etwa in langen Dankesreden, sondern zollte dem Namensgeber der Auszeichnung durch eine Geste großen Respekt: er verneigte sich vor dem Bildnis des Wiedensahler Dichters und ging vor ihm auf die Knie.

Für eine Überraschung, die den Preisträger sichtlich rührte, sorgte zum Schluss Ernst Kahl: Der Cartoonist und Filmemacher, der 2011 mit dem Wilhelm-Busch-Preis ausgezeichnet worden ist, würdigte das Talent und die Zurückhaltung seines Freundes mit einem Gedicht und beschloss den Abend mit Versen, die wohl jeder im Publikum nachvollziehen konnte: „Du hast den Preis verdient. Dreimal vivat, Meister Hans.“  kcg

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