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Stadthagen Stadt Der Schinkenhäger steht noch in der Küche
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Der Schinkenhäger steht noch in der Küche
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00:33 10.11.2014
Impressionen aus dem verfallenen Bahnhofshotel. In Zukunft sollen dort junge Menschen wohnen.  Quelle: Fotos: sk / Montage: rg
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Von Vera Skamira

Stadthagen.  Dann soll frischer Wind durch die Räume wehen. Die Kreiswohnbaugenossenschaft Schaumburg hat das denkmalgeschützte Gebäude wie berichtet gekauft und plant dort Wohnungen für Schüler oder Studenten.

Die Flasche „Schinkenhäger“ steht noch in der Durchreiche zwischen Küche und Gaststube. Schief hängt ein Bild mit Enzian und Alpenansicht an der Wand. Eine Tagesdecke breitet sich über ein gemachtes Bett in einem Hotelzimmer, und auf einer Frisierkommode zeigt sich ein typisches Arrangement; sogar eine Flasche Parfüm steht noch dort. Viele Ecken im ehemaligen Hotel würden wie just verlassen wirken – zeugten nicht Müll und Staub, zerfetzte Tapeten, aufgerissene Decken und dreckige Gardinen von mehr als 20-jähriger Verlassenheit der Immobilie.

Am schlimmsten ist der Festsaal ramponiert, in dem vor einigen Jahren ein Feuer wütete. Dieser Gebäudeteil sei sicher abgängig, wertet der Stadthäger Bauamtsleiter Gerd Hegemann. Das übrige Gebäude sieht er durchaus als erhaltenswert an. Außerdem entspräche das Haus in seiner Grundstruktur, zum Beispiel in den Raumhöhen, heutigen Anforderungen.

Im kommenden Jahr soll die Sanierung des Hauses, Baujahr 1865, in Angriff genommen werden. Man wolle dies nicht länger hinausschieben, erklärte Heinz-Helmut Steege. Ganz konkret seien die Pläne zwar noch nicht, berichtete der Geschäftsführer der Wohnbaugenossenschaft auf Nachfrage. Ihm schwebe jedoch vor, Wohnungen, vielleicht auch Wohngemeinschaften für junge Leute, eventuell für Schüler oder Studenten, einzurichten.

Letztere Zielgruppe hat Steege mit Blick auf die direkte Nähe des ehemaligen Hotels zum Bahnhof im Blick.

Geschaffen werden könnten etwa zehn Wohnungen – allerdings nur mit erheblichem Sanierungsaufwand. Der Zustand des alten Gebäudes sei „böse“. Steege: „Der größte Teil ist abgängig.“
Wiederhergestellt werden solle auf jeden Fall die historische Fassade. Welcher Betrag insgesamt investiert werden könne, errechne sich aus den ermittelten Wohnquadratmetern multipliziert mit der ortsüblichen Miete. Die Summe ergebe den wirtschaftlich sinnvollen Rahmen für die Investition.

Die Wintermonate sollen nun gemeinsam mit der Stadt für eine konkrete Planung genutzt und ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden. Darüber hinaus, so Steege, „sind wir für jede Anregung dankbar.“

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