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Der Trend bei Bestattungen geht zur Urne

St.-Martini-Friedhof Der Trend bei Bestattungen geht zur Urne

Die eigene Beerdigung liegt wohl für jeden Menschen gedanklich in möglichst weiter Ferne. Allerdings schadet es nicht, sich frühzeitig mit dem Abschied aus dem irdischen Leben auseinanderzusetzen. Bei einem Besuch auf dem St. Martini Friedhof wird deutlich, dass die Ruhestätte für neue Bestattungsmethoden offen ist.

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Die Grabsteine historischer Stadthäger Persönlichkeiten stehen in einer Reihe. 

Quelle: js

Stadthagen. Dazu zählt unter anderem die Urnenbaumbestattung „Diese Art wird im Moment sehr gut angenommen“ berichtet Friedhofsverwalter Gerd Giesendorf. Dabei werden Urnen ein bestimmter Baum zugeordnet, den die Hinterbliebenen aussuchen können. Sie können auch bestimmen, wo genau die Urne liegen soll, etwa in der Nähe der Hauptwurzel oder nach einer Himmelsrichtung ausgerichtet. An einer großen Sandstein-Stele in der Nähe finden sich die Namen der Verstorbenen auf metallenen Schildern in Form eines Efeu- oder Ahornblatts.
Insgesamt 54 Prozent Urnenbestattungen habe es im vergangenen Jahr gegeben. „Und die Tendenz steigt“ weiß der Giesendorf. „Viele wollen nach dem Tod niemandem zur Last fallen. Da scheint das Urnengrab die einfachste Lösung zu sein“, mutmaßt der 46-Jährige. Doch auch bei der klassischen Sargbestattung gibt es vonseiten der Friedhofsverwaltung die Möglichkeit, die Grabstellen möglichst pflegeleicht zu gestalten.
Der Stadthäger selbst hat seine Wahl bereits getroffen. Er möchte eine Sargbestattung. Denn: „Bei der Verbrennung im Krematorium wird nicht alles restlos verbrannt und es wird maschinell nachgeholfen.“ Die Beerdigung im Sarg sei seiner Meinung nach die natürlichste und biologischste Art der Bestattung. „Aber natürlich muss das jeder für sich selbst entscheiden“, sagt Giesendorf.
Die Möglichkeit zu wählen hatte Friedrich Daseking im Jahr 1896 nicht. Er war der erste Mensch, der auf dem St.-Martini-Friedhof begraben wurde – zum Preis von fünf Mark. Wie viele Menschen seither beerdigt wurden, sei schwer festzustellen. Aktuell betreut die Friedhofsverwaltung, den Friedhof Kleine Eichen mit eingerechnet, 7326 Gräber – darunter sind alle Konfessionen vertreten.
Einige wenige davon sind Teil einer Reihe von Grabsteinen, die Stadthäger Persönlichkeiten gehören. Dort liegen unter anderem August Lagershausen, einer der drei Gründer der Schaumburger Brauerei, und Georg Tietz, Vater des Gründers des gleichnamigen Feinkost- und Reformhauses. „Mir ist es wichtig, sowohl alte Friedhofskultur aufrecht zu erhalten als auch neue Grabpflegeangebote zu gestalten“, bekräftigt Giesendorf.
Exemplarisch dafür steht auch das neu angelegte Kindergrabfeld. „Ich wollte dafür etwas außergewöhnliches“ sagt Giesendorf. So entschied sich der Friedhofsverwalter für eine kreisförmige Anordnung der Urnengräber, die von einer geometrischen Form umrundet werden. „Dort können die Hinterbliebenen hoffentlich angemessen trauern“, sagt der Stadthäger. js

Kosten einer Beerdigung

Die Kosten einer Beerdigung sind von unterschiedlichen Faktoren abhängig, beispielsweise ob eine Kapellennutzung erwünscht ist oder die Friedhofsverwaltung die Rasenpflege übernehmen soll. Außerdem muss neben der Frage, ob eine Urnen- oder Sargbestattung stattfinden soll, entschieden werden, ob ein Reihen- oder Wahlgrab angelegt werden soll. Bei Ersterem dürfen Hinterbliebene nicht entscheiden, wo der Verstorbene begraben wird. Außerdem besteht keine Möglichkeit der Verlängerung der Grabstelle. Wahlgräber können hingegen nach 20 Jahren bei Urnen- oder 30 Jahren bei Sargbestattung verlängert werden.
Urnenbaumbestattung: Ab etwa 1300 Euro
Urnenreihengrab: Ab etwa 500 Euro
Urnenwahlgrab: Ab etwa 600 Euro
Sargwahlgrab: Ab etwa 1800 Euro
Sargreihengrab: Ab etwa 1500 Euro

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