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Der Wasserturm wird abgerissen

Politik: "Wir sind traurig" Der Wasserturm wird abgerissen

Nun ist es endgültig: Der Wasserturm am Georgschacht wird abgerissen. Das hat der Rat der Stadt Stadthagen am Montagabend einstimmig beschlossen. Das Gremium gab 130.000 Euro für die Kosten der Beseitigung frei.

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Nun ist es amtlich: Der Wasserturm wird abgerissen.

Quelle: ARCHIV

STADTHAGEN. Die Ratsvorsitzende Kerstin Blome-Soontiens (SPD) sprach den Ratsmitgliedern wohl aus dem Herzen, als sie bekundete: „Wir sind alle ein bisschen traurig.“ Jan-Philipp Beck stimmte dem namens der Ampel-Mehrheit zu: „Es ist schade.“ Ein Wahrzeichen des Georgschacht-Geländes gehe damit verloren. Es gebe zum Abriss aber keine Alternative. Denn es gelte, die Fakten zu berücksichtigen, so Beck. Gemäß nachvollziehbarer Erkenntnisse der Stadtverwaltung stelle der Wasserturm aufgrund seiner Baufälligkeit ein gravierendes akutes Sicherheitsrisiko dar: „Es besteht Gefahr für Leib und Leben“, so Beck.

Stadt muss Sicherheit gewährleisten

Alleine die Sicherung des 34 Meter hohen historischen Gebäudes würde jedoch rund eine halbe Million Euro kosten, dazu kämen weitere mehrere hundertausend Euro für eine nachfolgende Sanierung. Das sei aus finanziellen Gründen überhaupt nicht zu verantworten, so Beck. Wie berichtet muss die Verwaltung tätig werden, weil aus dem Nachlass des jüngst verstorbenen Eigentümers weder Sanierung noch Abriss zu finanzieren sind. Die Stadt muss aber die Sicherheit gewährleisten.

Für die CDU bekundete Heiko Tadge, seine Fraktion stimme dem Abriss „schweren Herzens“ zu: „Den Turm wird es im nächsten Jahr nicht mehr geben.“ Leider habe der Eigentümer in der Vergangenheit keine Maßnahmen zur Erhaltung unternommen. Beck hatte zuvor gesagt, hier sei „eine Entwicklung verschlafen worden“. Tadge fuhr fort, die Sicherung und die Sanierung des Wasserturms wären „ein Millionenprojekt“. Ein solches könne sich die Stadt „definitiv nicht leisten“, betonte der CDU-Fraktionschef: „Wir können uns nicht noch eine weitere teuere Immobilie ans Bein binden.“

Keine Alternative zum Abriss

Ähnlich sah das Jürgen Burdorf (WIR). Die Stadt habe sowieso schon die Verantwortung für einige historische Bauten in der Stadt wie etwa das Lusthaus im Schlossgarten, auf die man sich konzentrieren müsse. Es gebe zum Abriss keine Alternative. Lothar Biege (FDP) sah in dem Beschluss „eine logische Konsequenz unserer Haushaltslage“. Er fügte hinzu: „Wir müssen durch diesen Abriss nun leider durch.“

Fürsorglicherer Umgang mit anderen Gebäuden

Das Schicksal des Wasserturms muss nach Auffassung von Beck „eine Lehre sein, dass wir mit anderen historischen Gebäuden am Georgschacht fürsorglich umgehen, um langfristig, etwa mit Blick auf das Stadtjubiläum im Jahr 2022 das ganze Areal aufzuwerten“. Das gelte insbesondere für die Kohlenkirche, für die im Unterschied zum Wasserturm der Denkmalschutz gelte. Es sei wichtig, frühzeitig Sicherungsmaßnahmen zu prüfen und Fördermittel aufzutun. Mit Blick auf die Finanzen gelte es freilich, „Schritt für Schritt zu gehen“. Tadge fügte hinzu, mit Blick auf dieses „attraktive Industrie-Erinnerungstück“ gehe es um die Frage, ob genügend Fördergeld losgeeist werden kann.  ssr

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