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„Desolater Zustand“ im Grünen

Kritik an Café-Planung „Desolater Zustand“ im Grünen

Die Diskussionen rund um das Stadtgarten-Café in Stadthagen sind noch nicht ganz zur Ruhe gekommen, da wirft Theodor Vollmer seinen Hut in den Ring. Der Lauenauer Künstler hält das Konzept der Stadthäger Verwaltung nicht nur für nicht umsetzbar.

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Der Lauenauer Künstler Theodor Vollmer hat der Stadt bereits vor einigen Jahren einen Plan für die Gestaltung des Pavillons erstellt.

Quelle: vr

Stadthagen. Der angedachte Neubau ruiniere auch die Ansicht auf das historische Gebäude. Eine Schande, wie Vollmer findet. Wie berichtet, hat der Rat kürzlich über die Wiederherstellung des vor mehr als einem Jahr abgebrannten Schlossgarten-Cafés abgestimmt.

Dabei wurde das Konzept des Architekten Gerhard Köster von der SPD abgeschmettert, da die geplanten Kosten in Höhe von 400000 Euro als zu hoch angesehen wurden. Stattdessen wird nun der Erhalt des Grundrisses mit Aufwertungen wie einem Zinkdach für rund 140000 Euro angestrebt.

Gebäude brauchen zweiten Fluchtweg

Das Lusthaus wieder als Café zu nutzen oder einen Neubau in der vom Architekten Köster vorgestellten Form zu bauen, widerspräche der Brandschutzordnung. „Die Gebäude brauchen einen zweiten Fluchtweg, den es in den Plänen aber nicht gibt“, erklärt Vollmer.

Diese Anforderung müsse der Stadt aufgrund der Bauvorschriften bekannt sein. Der Lauenauer stuft den Bau eines zweiten Notausgangs als schwierig ein, denn schließlich sei das Stadtgarten-Café ringsum von Wasser umgeben. Diese Tatsache ignoriere die Stadt offenbar.

Generell traue Vollmer der Verwaltung die angedachte Neugestaltung des historischen Renaissancegartens zu – allerdings nicht die dauerhafte Pflege und Unterhaltung der Anlage. „So ein Garten ist hochkomplex und benötigt sehr viel Pflege“, erläutert der Künstler. „Doch das wird die Verwaltung gar nicht gewährleisten können, das sieht man ja jetzt schon.“

Die verkrauteten Kieswege im Stadtgarten und die nicht richtig ausgemähten Wiesen seien nur einige Beispiele für den aus Sicht des Künstlers „desolaten Zustand“.

Kopfschütteln

Für das Handeln der Verwaltung hat der Lauenauer auch nur Kopfschütteln übrig: Vor etwa fünf Jahren war er von der Stadt für eine bauhistorische Untersuchung für rund 1500 Euro engagiert worden. Im Zuge dessen arbeitete der Künstler einen Plan für den Garten und das Café aus. Zur Diskussion stand dieser, seines Wissens nach, jedoch nie. „Die Entwürfe liegen wahrscheinlich vergessen in irgendeiner Schublade“, vermutet er.

Vollmers Pläne sehen vor, dass Lusthaus auf dem Wasser zurückzubauen, indem die „Bausünden“, nämlich die Vorbauten des Cafés aus dem 20. Jahrhundert, entfernt werden, die Fassade nach den historischen Vorlagen rekonstruiert und die Verbindung über eine Brücke wieder hergestellt wird.

Das Inventar von 1785 liefere zudem einen Anhaltspunkt für die Innenausstattung. „Als Standesamt kann das Haus dann ohne Weiteres genutzt werden“, erklärt Vollmer.

Ideenskizze für Gastronomie

Ein Café soll es aber trotzdem geben: „Auf der Südseite des Gartens könnte man ein Gebäude für eine Gastronomie bauen.“ Von dort wäre Gästen der Blick über die gesamte Gartenanlage gewährleistet. Wie hoch die Kosten dafür sein würden, weiß Vollmer nicht: „Es handelt sich noch um eine Ideenskizze.“ Allerdings müsse man auch nicht alles auf einmal umsetzen, sondern sich einen Plan überlegen, nach dem dann Stück für Stück vorgegangen wird.

Wenn die Stadt eine möglichst kostengünstige Lösung anstrebe, sollte sie nur die Südseite des Lusthauses rekonstruieren. „Aber die historische Bedeutung scheint auch bei den Politikern nicht diskutiert worden zu sein“, zeigt sich Vollmer entrüstet.

Alleinstellungsmerkmal für die Region

Der Künstler betont, dass der Pavillon auf dem Wasser einmalig und ein Alleinstellungsmerkmal für die Region sei. „Es ist ein touristischer Höhepunkt.“ Viele Städte wie Kamp-Lintfort oder Schieder-Schwalenberg bauen ihre historischen Parkanlagen wieder zurück, so Vollmer. Wenn der Stadtgarten ebenfalls wieder nach historischen Gesichtspunkten hergerichtet werden würde, dann wäre dies ein enormer Pluspunkt für die Kreisstadt.  vr

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